Kritik | Traces of You von "Anoushka Shankar"

Küstler:
Anoushka Shankar
Redaktions-Wertung:
Titel:
Traces of You
Release:
04. Oktober 2013
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Zunächst wundert man sich: Die CD einer – namentlich – unbekannten Künstlerin – und auf dem Cover ist Norah Jones zu viagria sehen. Was hat es damit auf sich? Ganz einfach: Norah Jones ist die Halbschwester von Anoushka Shankar, einer indischen Komponistin und Sitar-Spielerin. Die hat ihr Album „Traces of You“ ihrem im Dezember 2012 gestorbenen Vater Ravi Shankar gewidmet und Norah gebeten, die Vocals zu übernehmen. Auf dem Cover ist sie selbst zu sehen, wobei die Ähnlichkeit der Schwestern verblüffend ist.

Ihre guten Gene haben die beiden ganz sicher von Ravi Shankar. Er war ein Musiker und Komponist, der u.a. mit drei Grammys und einem Bharat Ratna, dem höchsten zivilen Orden Indiens, ausgezeichnet wurde. Mit seiner Tochter Anoushka hat er oft gespielt und auch Tourneen absolviert. Im Dezember 2012 verstarb er nach kurzer Krankheit im Alter von 92 Jahren. Während der Aufnahmens zu Anoushka’s Album. Der Geist ihres Vaters bestimmt die Stimmung der LP deshalb unüberhörbar.

Nachdem sie ihm 2002 mit „Bapi: Love of My Life“ bereits ein Buch gewidmet hat, folgt nun eine musikalische Verabschiedung. „Traces of You“ erzählt aus der Perspektive Anoushka Shankars als Abschied nehmende Tochter, Mutter eines kleinen Jungen und Ehefrau vom Zyklus des Lebens und den unauslöschlichen Spuren der Vergangenheit. „Das Leben geht weiter. Dinge enden und Dinge beginnen, und unser Ende ist nicht das Ende, denn das Leben geht nach uns weiter, und wir existieren nach diesem Leben weiter“, so die 32-Jährige.

Ihr Abschiedsgruß ist deshalb trotz allem auch lebensbejahend. Es erzählt von Liebe, Veränderung und Verlust und ist inspiriert von den zwischenmenschlichen Beziehungen. Besonders von der zwischen Anoushka und ihrem Vater und Lehrer. Auch ihr Album präsentiert sich als Klangwelt. Geprägt von tiefer Spiritualität – wunderschön umgesetzt mit Sitar, Cello, Piano, Gitarre, Ghatam, Udu und Hang – und modernem Pop, der durch die Stimme ihrer Halbschwester einen besonders intimen Touch bekommt.

Anoushka Shankar betrachtet ihr Schaffen als Bewahrung und Fortführung des Vermächtnisses ihres Vaters, der es wie kaum ein anderer Künstler des 20. Jahrhunderts verstand, mit seiner Musik Brücken zu schlagen. Dafür hat sie zum wiederholten Male mit Nitin Sawhney zusammengearbeitet. Einem britischen Produzenten indischer Herkunft. Im Gegensatz zu ihrer berühmten Schwester ist sie der traditionellen indischen Musik zugewandt. Für einen Grammy war sie bereits nominiert.

„Lastly, the deepest pranaans and love for my father: Bapi, for everything you taught me and the love you gave, thank you. I love and miss you“, so die letzten Worte im Booklet.

Eine kurze Dokumentation zum Album „Traces of You“ könnt ihr euch hier ansehen!

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