Wilco (the album) von „Wilco“

Küstler:
Wilco
Redaktions-Wertung:
Titel:
Wilco (the album)
Release:
26. Juni 2009
LeserInnen-Wertung:
Genre:
Web:
keine Angaben

wilco-wilco-the-album-cd-bewertungen-deFür viele Wilco Fans war „Sky Blue Sky“ der bisherige Höhepunkt ihres Schaffens, nun, also ungefähr zwei Jahre danach, legt die sechsköpfige Gruppe aus Chicago ihre bereits siebte LP seit 1995 nach. Der Titel ist schlicht, lediglich „Wilco (the album)“ heißt das Werk, das uns die Truppe um Jeff Tweedy, John Stirratt, Nels Cline, Glenn Kotche, Pat Sansone und Mikael Jorgensen für den Sommer 2009 präsentiert. Wie gewohnt bekommt man von Wilco einen recht entspannten Sound aus Rock, Folk und Country geboten, allerdings muss man dazu sagen, dass gerade einmal elf Songs bei einer Spielzeit von etwas mehr als 40 Minuten nicht gerade viel sind. Doch oft ist ja weniger mehr.

Der Beginn des Albums fällt mit „Wilco (the song)“ äußerst flott und melodisch aus. Sein rockiger Country Sound sorgt schnell für Sommerstimmung und Unbekümmertheit, welche zusammen mit der weichen Stimme von Frontmann Jeff Tweedy sofort beim Hörer ankommt. Natürlich gibt es auf dieser Platte auch wieder dementsprechende Gegensätze, wie z.B. das recht ruhige und nachdenkliche „Deeper Down“ oder aber auch „One Wing“, welches zunächst mit entspannter Gitarrenbeleitung für Tweedy beginnt, nach und nach aber immer weitere Elemente hinzubekommt, besonders die E-Gitarre sticht heraus und verwandelt den Song gegen Ende zu einem mächtigen, emotionalen und mitreißenden Gesamtkonstrukt. Einen der mit Abstand schönsten Titel von „Wilco (the album)“ findet man mit dem Lovesong „You And I“. Er ist nicht zu soft, dennoch gefühlvoll. Das Ganze ist recht schlicht, am Meisten kommen Akustikgitarren zur Geltung, was dafür sorgt, das man sich komplett auf die Lyrics einlassen und genießen kann.

„You Never Know“ klingt frisch, locker und sobald die ersten Takte vorüber sind, fühlt man sich doch gleich gut gelaunt und auch wenn das Stück stolze 4:21 Minuten im Player rotiert, bedauert man am Ende, dass es schon vorbei ist. Die folgende Phase des Albums gestaltet sich etwas ruhiger, fast schon langsam, erst mit „I’ll Fight“ kommt dann wieder etwas Schwung in die Sache. Es ist wieder mehr in Country Richtung gehalten und kann mit seinem Mix aus E-Orgel und Gitarre sowie den romantischen und Kraft ausstrahlenden Versen Tweedys schnell für Begeisterung sorgen. Eine Spur rockiger geht es mit „Sonny Feeling“ weiter, allerdings natürlich auch noch so, dass es mit den sonstigen Wilco-Verhältnissen vereinbar ist. Das Ende von „Wilco (the album)“ wird mit „Everlasting Everything“ besiegelt. Hier sorgen Tempowechsel zwischen Strophen und Refrain und zunehmender Einsatz von Instrumenten dafür, dass sich das Stück vom behäbigen Beginn zu einem fast schon pompösen Ende hin entwickelt und somit noch einmal ein gelungenes Lied den Fan beglückt, bevor das Album ausklingt.

„Wilco (the album)“ leistet sich keine Schnitzer und ist dabei noch recht abwechslungsreich. Insgesamt fehlt es zwar etwas an Ecken und Kanten, die dem Ganzen noch eine gewisse Würze geben würden, doch die wird man bei dieser Band wohl immer vergeblich suchen müssen. Fans der sechs Chicagoer werden die Platte sicher schnell in ihr Herz schließen, ansonsten kann man sie denjenigen empfehlen, die irgendwo einen Wilco Song aufgeschnappt und daran Gefallen gefunden haben.

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