Swan Songs von „Hollywood Undead“

Küstler:
Hollywood Undead
Redaktions-Wertung:
Titel:
Swan Songs
Release:
31. Juli 2009
LeserInnen-Wertung:
Genre:
Web:
keine Angaben

hollywood-undead-swan-song-cd-bewertungen-deSo langsam aber sicher schwappt auch zu uns der Hype um Hollywood Undead über den großen Teich. Die sechs Kalifornier mit dem Markenzeichen der Maskierung droppten bereits letzten September ihr Debüt, bei uns erscheint es erst im Sommer. Neben ihrem Erscheinungsbild, das Parallelen zu Slipknot aufkommen lässt, ist besonders ihre Musik etwas Außergewöhnliches, denn Charlie Scene, Johnny 3 Tears, J-Dog, Da Kurlzz, Deuce A.K.A. Tha Producer und Funny Man sind nicht einfach eine Standart Rockband, sie rappen auch einen großen Teil der Texte, was sie aus der breiten Masse hervorhebt, allerdings heißt das nicht, dass „Swan Songs“ unbedingt für Hip Hop Fans geeignet ist.

Ein erster Beleg dafür ist sofort der erste Track „Undead“, bei dem es doch schon gleich heftig zur Sache geht. Mit ordentlichem Getöse an krachenden Gitarren und dem geschrienen Refrain beginnt der Song, was den ein oder anderen, der die Band nicht kennt, vielleicht etwas abschreckt, wenn man sich jedoch hineingehört hat, sollte man, sofern man einen einigermaßen neutralen Musikgeschmack hat, damit zurecht kommen, Fans des Genres wird es sicher gefallen. Deutlich entspannter geht es da mit „Sell Your Soul“ weiter. Zwar wird auch hier wieder etwas geschrien, dennoch wirkt alles weniger aggressiv und viel melodischer, geht in Richtung Punk und könnte vom Sound her sicher auch problemlos auf einem Spiel der „Tony Hawk’s“ Serie seinen Platz finden. „No Other Place“ hingegen widmet sich eher dem Hip Hop. Ein gediegener Synthie Beat zeigt die andere Seite der Jungs aus Hollywood, denn anstatt emotional präsentiert man sich hier eher lässig, sowohl in Rap als auch Gesang. Ähnliches ist bei der Single „No. 5“ der Fall, die insgesamt aber etwas temporeicher und kraftvoller wirkt.

Der wohl beste Song dürfte „Young“ sein. Während der Strophen kommen hier gefühlvolle Elemente wie Piano zum Einsatz, gegen Refrain donnern dann die E-Gitarren los, ein toller Kontrast, der sich auch in der Kombination aus Hollywood Undead und den mitsingenden Kindern widerspiegelt, was doch für einige Gänsehautmomente sorgt. Die vielen positiven Eindrücke, die die erste Albumhälfte hinterlässt, kann die zweite leider nicht fortführen. Leider wie die lockeren „This Love, This Hate“ oder „The Diary“, die eher am Hip Hop orientierten „Bottle And A Gun“ und „Pimpin'“ oder aber auch das härtere und rockige Material kann man sich zwar ohne Probleme anhören, allerdings hinterlassen sie weder einen bleibenden Eindruck, noch wirken sie mitreißend oder richtig kreativ. Sie kommen einem eher vor, als wären sie mit Absicht etwas glatt gebügelt und radiofreundlich um in Sachen Verkaufszahlen auf Nummer sicher zu gehen. Lediglich das abschließende „Paradise Lost“ vereint noch einmal Power und Emotion in sich, so wie es vielleicht öfter hätte der Fall sein sollen.

Ob „Swan Songs“ für den deutschen Markt wirklich geeignet ist, wird wohl nur die Zeit zeigen. Man spürt der Musik deutlich an, dass sie eher für amerikanische Teenies gemacht ist, als zu versuchen den ganzen Globus damit zu erobern. Positiv ist an Hollywood Undead festzuhalten, dass sie neben ihrem anderen Look auch viel Abwechslung, interessante Texte und teils wirklich gelungene Songs bieten, die man allerdings manchmal öfter anhören muss, um wirklich Gefallen daran zu finden. Wem ist nun dieses Album zu empfehlen? Sicher denjenigen, denen die Single gefällt, aber auch für die, die auf Bands wie P.O.D. oder Linkin Park stehen könnte es das Richtige sein. Ansonsten hilft wohl nur eins: reinhören und testen, ob es einem liegt.

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1 Kommentar

  1. Ganz gut beschrieben.. aber von wegen das zweite Album ist lasch. Nix da!.. z.B. „The Diary“! Ich liebe dieses Lied. Es ist ein musikalischer Orgasmus und absolut perfekt, wenn man es braucht.

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