Kritik | Shape Shifter von „Santana“

Küstler:
Santana
Redaktions-Wertung:
Titel:
Shape Shifter
Release:
11. Mai 2012
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Die Gitarren-Ikone Carlos Santana veröffentlicht mit dem neuen Album “Shape Shifter“ nun ein Werk, an dem er seit mehr als 20 Jahren gearbeitet hat. Seit dieser Zeit har er einige besondere Songs geschrieben und über die Jahre gesammelt. Jetzt bringt er alle diese Songs im 36. Studioalbum seiner Karriere zusammen. Dies ist irgendwie auch ein Neubeginn, denn es ist das erste Album, dass er auf seinem neu gegründeten eigenen Label “Starfaith Records“ veröffentlicht. Das Album “Shape Shifter“ enthält den Vocal-Song “Eres La Luz” sowie zwölf weitere Instrumentaltitel.

Eingespielt hat Carlos Santana das Album größtenteils gemeinsam mit seinen Bandkollegen der Band Santana Chester Thompson an den Keyboards und Benny Rietveld am Bass sowie dem legendären Dennis Chambers an den Drums. Neben der Zusammenstellung der Stücke legt der bekennende Kämpfer für Humanität und Menschenrechte Carlos Santana hier ein besonderes Augenmerk auf die amerikanischen Ureinwohner. Daher ist dieses Album auch den Indianern gewidmet.

Dies zeigt sich gleich im ersten Titel “Shape Shifter“, in dem Sprechchöre mit indianischer Sprache zu hören sind. Die Mystik und Magie der alten Indianer spiegelt sich auch in dem Sound wieder, den Carlos Santana hier perfekt wieder gibt. Der zweite Titel “Dom“ ist eine Coverversion eines Songs des Künstlers Touré Kundas, mit dem er unter anderem bei der Produktion seines Erfolgsalbums “Supernatural“ zusammen gearbeitet hat. Diese ruhige und dennoch sehr eingängige Midtempo-Instrumental-Version bietet dann einen nahtlosen Übergang in den nächsten Titel “Nomad“. Hier wird es dann deutlich lebhafter und krachender, denn dieser vielschichtige Rocksong lebt extrem von Santanas Gitarre und der Hammond-Orgel des Keyboarders Chester Thompson.

Ein Song voller Spiritualität und großer Hoffnung ist “Metatron“. Dieser leichte Titel wurde benannt nach einem Engel aus dem alten Testament und passt daher gut zu Santanas Welt. Ebenso weich und wunderschön ist “Angelica Faith“, den Santana bereits 1996 geschrieben hatte, aber 2001 mit neuen Gitarrenteilen neu eingespielt hat. Laut Santana ist “Angelica Faith“ die Fortführung von früheren Songs wie “Europa“ oder “Samba Pa Ti”. Alle entstammen dem gleichen Ursprung, aber Santana taucht sie in neues Licht und versieht sie mit neuen Gewürzen für eine komplett neue Rezeptur.

Bei “Never The Same Again“ holte sich Carlos Santana mit Eric Bazilian erneut einen Partner an die Seite und produzierte mit ihm ein weiteres instrumentales Meisterwerk, das im Hintergrund durch diverse fein abgestimmte Soundeinspielungen glänzt. Für den nächsten Song “In The Light Of A New Day” überarbeitete und veredelte Santana das Demo des bekannten Songwriters Narada Michael Walden. Dieser Narada Michael Walden zeichnete sich unter anderem durch die Mitarbeit bei Welthits wie “I Wanna Dance With Somebody oder “So Emotional“ von Whitney Houston aus.

Ein Stück, das vor allem die Fans der Live-Konzerte von Carlos Santana kennen, ist “Spark Of The Divine”. Dieses sehr kurze Stück mit seinem grandiosen Streicher-Arrangement dient bei den Konzerten oft als Intro für Songs wie “Black Magic Woman“. Hier bildet “Spark Of The Divine” das Intro zu “Macumba In Budapest”. Die musikalische Reise führt jedoch eher in Richtung Karibik mit den für diese Region typischen Trommelelementen. Der Song “Mr. Szabo” ist eine Widmung für Gabor Szabo. Denn Gabor Szabo war für Santana schon in den 1970er Jahren eine Inspiration und beeinflusste seine spätere Arbeit maßgeblich. Grandios ist hier das Gitarrenspiel von Santana auf einer Gitarre mit Nylon-Saiten.

“ Eres La Luz” ist wie schon gesagt das einzige Stück des Albums, in dem gesungen wird. Die Stimmen des 2001 aufgenommenen Songs sind Tony Lindsay und Andy Vargas. Beide haben viele Jahre die Gesangsparts der Band Santana übernommen und Andy Vargas ist bis heute dieser Formation treu geblieben. Dieses zweite Karibikstück mit seinen Kongas und Percussions im Hintergrund strahlt die pure Lebensfreude aus. Die beiden letzten Titel von “Shape Shifter“ spielte Carlos Santana gemeinsam mit seinem Sohn Salvador Santana ein. Neben der Gitarre ist hier vor allem ein Klavier zu hören. Auf den mitreißenden Song “Canela“ folgt zum Abschluss noch “Ah, Sweet Dancer“. Dieser süße Tänzer führt in eine Traumwelt und bringt dem Zuhörer ein Gefühl der totalen Entspannung.

Mit “Shape Shifter“ ist Carlos Santana ein weiteres musikalisches Meisterwerk gelungen. Ob er damit den Mega-Erfolg von “Supernatural“ mit seinen neun Grammys noch einmal toppen kann, bleibt abzuwarten. Das Potential für viele große Preise hat das Album aber auf jeden Fall.

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