Kritik | Walkin‘ Man … The Best of Seasick Steve von „Seasick Steve“

Küstler:
Seasick Steve
Redaktions-Wertung:
Titel:
Walkin' Man ... The Best of Seasick Steve
Release:
15. November 2011
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Der Durchbruch kam mit 63. In der heutigen Zeit ein nahezu unvorstellbar hohes Alter, wo bei MySpace und YouTube doch bereits 5-Jährige ins Rampenlicht drängen. Seasick Steve hat es mit seinem ersten offiziellen und perfekt betitelten Album “ I Started Out With Nothin and I Still Got Most of It Left“ aber dennoch geschafft und war 2006 in den Top 10 der britischen Charts zu finden. Was seitdem passiert ist, liest sich fast zu gut, um wahr zu sein: ein Mojo-Award, drei goldene Alben, ein Platin-Album und Auftritte in der Londoner Royal Albert Hall und bei unzähligen Festivals. Seasick Steve ist mit 70 definitiv noch nicht reif für die Rock-Rente!

Deswegen legt er mit „Walkin‘ Man … The Best of Seasick Steve“ jetzt ein Best Of-Album vor, das mit 21 Songs recht prall gefüllt ist und einen perfekten Querschnitt durch seinen musikalischen Werdegang  darstellt. Insgesamt sind es nämlich Stücke aus fünf Alben, die auf diesem Best Of vereint sind. Titel wie „Doc House Boogie“, „8-Ball“, „You Can’t Teach An Old Doc New Tricks“ oder „Prospect Lane“. Über die gesamte Laufzeit präsentiert sich Seasick Steve als energiegeladener, rockender Bluesman. Als zäher Hund eben. Denn gerade deshalb ist er mit über 60 noch schnell auf den Zug ins Musikbusiness aufgesprungen und hat eine unglaubliche Karriere hingelegt. Ob er das vor einigen Jahrzehnten, als er noch als Hobo unterwegs war, wohl jemals gedacht hätte?

Sicher nicht, aber Seasick Steve alias Steve Wold ist dafür jemand, der eine Menge erlebt und damit auch zu erzählen hat. Er kennt die Höhen und Tiefen des Lebens, riss mit 14 von Zuhause aus, hielt sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser, landete aber auch etliche Male im Gefängnis. Und dennoch hat er die Kurve gekriegt. Die Blues-Atmosphäre, die er schafft, hat ganz sicher auch deswegen etwas Raues, Pures und Erdiges. Er singt keine Texte, die für ihn geschrieben wurden. Er singt von dem, was er erlebt hat. Von dem, was ihn ausmacht. Und: Er hat nie vergessen, woher er kommt! Deswegen engagiert er sich regelmäßig für soziale Projekte und spielte zum Beispiel bei „Concerts für Homeless“. Ein cooler Typ eben und jemand, den man gern als Großvater hätte!

Verwandte Artikel

  • Keine verwandten Artikel gefunden

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*
*

n/a