Kritik | Unholy Ground von "Sunrise Avenue"

Küstler:
Sunrise Avenue
Redaktions-Wertung:
Titel:
Unholy Ground
Release:
18. Oktober 2013
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Samu Haber ist aktuell der wohl bekannteste Finne der Welt. Seit er einen der roten Jurystühle bei „The Voice of Germany“ inne hat, liegt ihm ganz Deutschland zu Füßen. Besonders, wenn er eben Deutsch spricht und mit seinem skandinavischen Akzent selbst böse Wörter niedlich klingen lässt. Und nicht zu vergessen: Kaum hat er Mikro in der Hand, kann er auch ganz anders. Tiefer nämlich.

Das beweist er als Sänger und Frontmann von Sunrise Avenue schon seit vielen Jahren, auch wenn der Durchbruch erst 2006 kam. Der war mit „Fairytale Gone Bad“ vom Debütalbum „On The Way To Wonderland“ dafür allerdings so durchschlagend, dass die Nordrocker die vier Jahre Vorarbeit schnell vergessen haben dürften.

Zumal sie auch sieben Jahre danach noch im Geschäft sind. Und das ziemlich gut. Heute ist Album Nummer 4 erschienen. Und darauf bleiben sich die Finnen auch weiterhin treu. Vielleicht macht auch gerade das ihren Reiz aus.

Die erste Single-Auskopplung „Lifesaver“ wurde bereits Anfang Oktober veröffentlicht und knüpft an die vielen Ohrwürmer an, die die  eingeschworene Vierermannschaft aus dem Land der tausend Seen schon fabriziert hat. „Wir fangen mit unseren Songs den Moment ein und tun das, wonach uns ist“, so Samu. Deshalb sind die Finnen auch absolut bodenständig, machen soliden Rock und arbeiten an ihren Alben wie auf einer Klassenfahrt. Als Gemeinschaft.

Dennoch klingt „Unholy Ground“ natürlich nicht 1:1 wie die Vorgänger. Neben Pop und Rock begegnen uns auch Country und Southern Rock. Und diese vier Genres bringt das Quartett mal eben locker unter einen Hut. Eingeflossen sind die vielen Erfahrungen und Erlebnisse, die das Tourleben mit sich bringt. Aber auch die Trennung von Familie und Freunden, Herzschmerz, Sehnsucht. Sunrise Avenue klingen so, wie sich das Leben nunmal anfühlt. Verdammt authentisch.

Genauso präsentiert sich Samu auch als Coach bei „TVOG“. Für das vierte Album seiner Band müsste er zwar eigentlich gar keine Werbung machen – es spricht bzw. singt für sich – aber verkehrt ist es natürlich nicht. Wer noch kein Fan von Sunrise Avenue ist, ist es vielleicht nach „Hurtsville“. Das verursacht nämlich „Hühnehaut“ pur, wie Samu sagen würde. Ein bisschen mehr Kantigkeit und Roughness würde den Nordmännern dennoch nicht schaden. Zu viel „Sunrise“ ist dann eben doch etwas zu shiny.

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