Kritik | The Party Ain’t Over von „Wanda Jackson“

Küstler:
Wanda Jackson
Redaktions-Wertung:
Titel:
The Party Ain’t Over
Release:
28. Januar 2011
LeserInnen-Wertung:
Genre:

The Party Ain’t Over – dieser Albumtitel ist bei der Lady des Rock ’n‘ Roll, Wanda Jackson, eindeutig Programm, denn die 73-Jährige denkt noch lange nichts ans Aufhören. In einem Alter, in dem andere ihre Zeit mit Kreuzworträtseln und Sticken verbringen, legt eine Wanda Jackson erst richtig los und bringt ihr mittlerweile 31. (!) Studio-Album auf den Markt. Und an dem hat, man höre und staune, Genius Jack White III mitgewerkelt.

Obwohl Wanda, die Königin des Rockabilly, wie sie gern genannt wird, vor allem in den 50er und 60er Jahren ihre größten Erfolge hatte, ist sie nicht totzukriegen. Ihre einzigartige Mischung aus Country und schnellen Rhythmen gefiel nicht nur einst Elvis Presley, mit dem sie übrigens auch einige Dates hatte, sondern kommt auch im 21. Jahrhundert nach wie vor an. Vielleicht nicht unbedingt bei einem jungen Publikum, aber ganz sicher bei allen, die Rock ’n‘ Roll lieben und die leicht verschrobene Dame mit der Whiskey-Stimme längst in ihr Herz geschlossen haben.

Das fällt nicht wirklich schwer. „The Party Ain’t Over“ umfasst elf Songs mit aussagekräftigen Titeln wie „Rum and Coca-Cola“, „You Know I’m No Good“ und „Teach Me Tonight“. Aus dem Mund einer 73-Jährigen schon faszinierend. Und auch der Sound ist packend. Er klingt absolut nicht so eingerostet, wie es das Cover des Albums vielleicht vermuten lässt. Wanda ist nämlich sogar bei Facebook und Twitter, auch, wenn sie nach wie vor Pullover mit Fransen bevorzugt und ihr einst so makelloses Gesicht ein paar Falten bekommen hat. Es sind Zeichen der Zeit, die ganz sicher viel erzählen würden, wenn sie reden könnten. Wanda Jackson ist Vintage und Moderne in einem. Punkt.

Die „Queen of Rock“ liefert mit „The Party Ain’t Over“ zwar sicher keinen Chart-Garanten ab, der die internationalen Hitlisten stürmen wird. Dafür aber, dank Jack White, ein Stück Klasse, das auch nach mehr als 50 Jahren auf der Bühne noch funktioniert und seine Fans, auch Neue, finden wird. Die wohl schönste und intensivste Nummer auf dem Album ist dabei ohne Frage „Blue Yodel“, bei der sich Jackson und White hervorragend ergänzen. Und überhaupt – diese Stimme. „Rum and Coca-Cola“ scheinen ein gutes Rezept zu sein! Sind aber, wie wohl das gesamte Album, Geschmackssache.

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