Kritik | Strings’n’Stripes von „The Baseballs“

Küstler:
The Baseballs
Redaktions-Wertung:
Titel:
Strings’n’Stripes
Release:
15. April 2011
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Sommer, irgendwann zwischen den 50er und 60er Jahren. Die Mädchen tragen schwingende Petticoats, die Jungs Unmengen von Pomade im Haar. Die ganze Welt scheint unter einer gigantischen Zuckergussdecke zu stecken und der Himmel hängt voller Lollipops. Ein Lebensgefühl, das man automatisch mit guter Laune verbindet und das The Baseballs zu ihrem Markenzeichen gemacht haben. Die drei Jungs, die in Berlin zueinandergefunden haben, musizieren seit 2007 gemeinsam und hauchen modernen Songs ein Rock’n’Roll-Feeling ein, an dem niemand mehr vorbei kommt.

Bei „Umbrella“ von Rihanna hat das 2009 schon bestens geklappt, denn die Single hielt sich neun Wochen in den deutschen Charts. Das Album „Strike“ war ganze 44 Wochen präsent, erreichte in den Niederlanden, Norwegen, Schweden und Belgien Platz 1, im UK Platz 4 und in Deutschland Platz 6. Ein unglaublicher Erfolg, den Sam, Digger und Basti jetzt mit ihrem zweiten Album „Strings ’n‘ Stripes“, das am 15. April erschienen ist, noch toppen wollen.

Dabei bedienen sich die Jungs wie immer aus der modernen Chartkiste und verpassen Tracks wie „Candy Shop“, „Paparazzi“, „California Gurls“ und „Tik Tok“ den nötigen 50s-Schliff. Und sie machen alles richtig. Von der ersten Sekunde an hat man Spaß an neu aufgelegten Songs von den Backstreet Boys, Britney Spears, Katy Perry oder P. Diddy und ist im totalen Rock’n’Roll-Fieber. Die Tracklist überrascht dabei mit ihrer Aktualität, denn Titel wie „Hello“ oder „Coming Home“ stehen derzeit selbst noch im Original in den Charts. Ansonsten sind die 14 Songs bunt gewürfelt – ein paar sind brandneu, ein paar sind etwas älter und Songs wie „Ghetto Superstar“ sind schlichtweg Kult.

Ein Titel aber tanzt vollkommen aus der Reihe: „Hard Not To Cry“! Es ist der erste selbstgeschriebene Song der Baseballs. Eine 50s a cappella Ballade, die Digger alias Rüdiger Brans vor der letzten Tour der Band verfasst hat. Sie ist ein Wegweiser in die richtige Richtung, denn es wäre durchaus wünschenswert, dass The Baseballs in naher Zukunft mehr eigene Songs kreieren, anstatt nur zu adaptieren. Das richtige Talent haben sie und eine gewaltige Fanbase mittlerweile auch. Allein 2011 haben die Burschen einen European Border Breaker Award, einen Public Choice Award und einen Echo eingeheimst. Die Weichen sind also mehr als gestellt.

Bis es soweit ist, lehnen wir uns zurück, träumen vom Eis am Stiel, radeln mit The Baseballs durch den Sonnenschein und lauschen dem musikalischen Sommerfeeling voller Unbeschwertheit.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*
*

n/a