Kritik | Sterneneisen von „In Extremo“

Küstler:
In Extremo
Redaktions-Wertung:
Titel:
Sterneneisen
Release:
25. Februar 2011
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Das Meteoritenmetall Sterneneisen hat schon seit Jahrhunderten die Fantasie der Menschheit angeregt. Sagenumwobene Waffen wie etwa das berühmte Königsschwert Excalibur des britannischen König Arthus wurden angeblich aus solchem Metall geschmiedet und haben ihrem Besitzer übermenschliche Kräfte verliehen. Angetrieben von so viel Magie hat die Band In Extremo daraus ein ganzes Album gemacht. Die Mittelalter-Rockband präsentiert ein breites musikalisches Spektrum von Rock über Folk bis zu ganz leisen Tönen.

Das Album beginnt mit dem Song “Zigeunerskat“ und wird eingeleitet von einem Trommelwirbel und den für das Mittelalter so typischen Sackpfeifen. Dann jedoch kommen die schweren Instrumente der Rockmusik zum Einsatz. Unter dem tosenden Gebrüll des Sängers Michael Robert Rhein, auch bekannt als „Das letzte Einhorn“, beginnt das Feuerwerk einer Geschichte über Leben, Freiheit und was es heißt, ein Zigeuner zu sein. In “Gold“ geht es vornehmlich um Habgier und  zu welchen Handlungen diese Gier den Menschen treiben kann.

“Viva La Vida“ ist ein Lied über einen Trinker auf seinem Heimweg. Der fast schon versoffene Gesang passt perfekt zum Thema des Songs. Etwas ruhiger wie bei einer Märchenstunde am Lagerfeuer unter freiem Himmel wird dann es bei “Siehst Du Das Licht“. Das Lied “Stalker“ beschreibt die Gefühle, die eine krankhafte Liebe oder eher Besessenheit einer anderen Person auslösen kann. Es ist zudem eine Anspielung auf den mittelalterlichen Song “Stella Splendens“, den sie selbst auf ihrem Album “Weckt Die Toten“ besungen haben.

Die Einsamkeit eines Fischers wird in der sehr schönen Ballade “Hol Die Sterne“ für jeden Zuhörer zum Greifen nah. Wer dabei als Vergleich die Musik der Band Unheilig heranzieht, wird sofort erkennen, dass In Extremo für diesen Song die stimmliche Unterstützung des Grafen erhalten hat.

Der nächste Song “Sterneneisen“ ist als Namensgeber des Albums auch so etwas wie der eigene, kleine Planet der Band In Extremo. Dieser Planet hat wie im Text besungen „sieben Zacken, sieben Funken, sieben Macken“ und wird durch ein griechisches Heptagramm (siebenzackiger Stern) dargestellt, dass sich auf der Fahne am Flugzeug auf dem CD-Cover befindet. Die Zahl Sieben taucht auch im Folgetitel “Zauberspruch No. VII.“ auf. Hier beschwört die Band einen angeblich uralten Zauberspruch aus Estland, der gegen Missgunst und Neid wirken soll.

Der thematisch schwierigste Song ist “Auge um Auge“. Dabei geht es um die Todesstrafe, die einem Mann kurz bevor steht. Er sinniert darüber, wie aus einem einst unschuldigen Kind ein Mörder werden konnte.

Eingeleitet von der Melodie der Sackpfeifen erhebt sich der majestätische Mond in “Schau Zum Mond“ und zieht die Zuschauer in seinen Bann. In “Unsichtbar“ klagt ein Mann darüber, dass er trotz seiner Lieder für seine Angebetete anscheinend nicht wichtig ist und sie ihn immer übersieht und verschmäht.

Zum Abschluss wird es noch mal besonders emotional. Bei “Ich Vermiss Dich“ weint ein Mann seiner verstorbenen großen Liebe nach und drückt damit aus, wie sehr sie ihm fehlt.

Wie gewöhnlich sind die Texte von In Extremo sehr eingängig und mit sehr viel Tiefgang geschrieben worden. Es ist ein gutes Album für alle Fans des Mittelalter-Rock und wird wahrscheinlich ähnlich hoch in die Top Ten der Album-Charts steigen wie seine Vorgänger “7“, “Mein Rasend Herz“ und “Saengerkrieg“.

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