Kritik | Pure Solid von „Wishless“

Küstler:
Wishless
Redaktions-Wertung:
Titel:
Pure Solid
Release:
24. Februar 2012
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Wunschlos glücklich. Kann man das wirklich sein? Für die Band Wishless aus dem beschaulichen Siegen sind bereits viele Hoffnungen in Erfüllung gegangen. Allerdings musste die ehemalige Schülerband in der Vergangenheit auch einiges einstecken, um dorthin zu kommen, wo sie heute steht. Das Ergebnis ist das Album „Pure Solid“ – „purer Stoff“ für den Gehörgang, gepaart mit einer sehr interessanten Stimme.

Ursprünglich hießen Wishless Rockfall. Sie haben als Schüler gemeinsam gerockt und Songs geschrieben, bis sie 2001 einen regionalen Bandwettbewerb für sich entscheiden konnten und daraufhin nicht nur die Chance zu professionellen Tonstudioaufnahmen erhielten, sondern auch einen Plattenvertrag. Aus Rockfall wurde Wishless, erste Nominierungen trudelten ein, die Zahl der Konzerte stieg stetig. Das Label entschied allerdings, die Songs der sechs Jungs an andere Künstler zu verkaufen, worauf hin es zum großen Bruch kam, der letztlich auch bis vor Gericht ging.

Trotz aller Schwierigkeiten nahmen die Jungs im Dezember 2004 am deutschen Rock & Pop Preis teil und schafften es bis ins Finale unter die zehn vielversprechendsten Bands im Bereich Rock. Die Plattenfirma ließ allerdings nicht locker und im Frühjahr 2005 fanden die Streitigkeiten ihren ersten Höhepunkt. Glück für Wishless, dass sich der Deutsche Rock & Pop Musikverband fortan für sie einsetzte und ihnen einen Fachanwalt für Musikrecht besorgte. Dennoch dauerte es drei nervenaufreibende Jahre, bis die Rechtsstreitigkeiten im April 2007 endlich ein Ende fanden. Jahre, die den jungen Musikern viele Steine in den Weg gelegt und ihren Eifer gebremst haben.

Ihrer Kreativität konnten diese unschönen Erfahrungen allerdings nichts anhaben. Im Gegenteil. Sie haben genügend Stoff für das Debütalbum „Pure Solid“ geliefert, das praktisch eine Zeitreise in die vergangenen sechs Jahre darstellt. Noch vor Fertigstellung des Albums entschieden sich Wishless spontan, die Lieder einem vollkommen fremden Publikum zu präsentieren und zogen als Straßenmusiker durch Süd-Europa. Seit dem 24. Februar kann das Album nun offiziell jeder hören. Die eingängigen Melodien und Texte, die markante Stimme von Sänger Thomas Alexander Rüsche.

Bereits der Opener „How Should I Let You Know“ sorgt für große Ohren. Man hört, dass diese Band Charakter hat und möchte sich direkt auf „Pure Solid“ einlassen. Schubladendenken ist hier fehl am Platz. Neben durchdringendem Rock’n’Roll finden auch gefühlvolle Balladen ihren Platz auf dem Erstling der Band und prägen ein äußerst interessantes und vielversprechendes Debüt, bei dem man neugierig wird.

Anspieltipps:

„How Should I Let You Know“
„Crash“
„Never Opened Door“

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