Kritik | Pedals von „Rival Schools“

Küstler:
Rival Schools
Redaktions-Wertung:
Titel:
Pedals
Release:
4. März 2011
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Walters Schreifels. Ein Name, der vielen der jungen Generation nichts sagen wird, der aber untrennbar mit der Straight Edge-Bewegung verbunden ist, die Ende der 80er Jahre ihre Hochzeit hatte. Der New Yorker spielte bei den Gorilla Biscuits und bei Youth of Today, rief seine eigene Band Moondog ins Leben, aus der bald Quicksand wurde, und half bei der Entstehung von Rival Schools mit, bei er als Sänger und Gitarrist im Rampenlicht steht. 2001 war das große Jahr des Quartetts, die erste EP und das erste Album „United by Fate“ kamen gut an, 2002 ging es als Vorband der Gruppe A auf Tour. Nur ein Jahr später trennte sich die Band allerdings.

Erst 2008 fand man wieder zueinander, nicht zuletzt wegen des Einsatzes von Walters Schreifels, und so steht 2011 doch tatsächlich ein neues Album in den Startlöchern: „Pedals“. Der Altherr des Hardcores sagt dazu: „Ich bin glücklich darüber, dass wir uns mit so viel positiv aufgeladener Energie zurückmelden und die Herausforderung eines neuen Albums angenommen haben – wir befinden uns auf einem neuen kreativen Kurs.“ „Pedals“ wurde dabei größtenteils in Brooklyn eingespielt, an den Remixen waren nicht nur Walters Schreifels, Ian Love, Sammy Siegler und Cache Tolman beschäftigt, sondern auch Ad Rock und Blockead. Herausgekommen sind zehn Songs, die klingen, als wären Rival Schools nie weggewesen. Waren sie ja auch nicht, denn ein Herr Schreifels kehrt der Musik, seiner größten Leidenschaft, ganz sicher nicht mal so eben den Rücken. Auch wenn er momentan in Berlin lebt.

„Shot After Shot“ war der erste Song, den eingefleischte Fans der Band vorzeitig hören konnten und der richtig Lust auf Hardcore und Alternative-Rock gemacht hat. Allerdings zeigt sich hier auch schon, dass Rival Schools nicht einfach nur laut und krachig sein wollen, sondern man schon Wert auf melodische Klänge legt. Fast ein wenig Pop-Affinität könnte man den Jungs untermogeln, denn „Pedals“ ist so eingängig, dass selbst diejenigen, die es nicht ganz so hart mögen, Gefallen daran finden könnten. Schon beim ersten Hören sagt die Tracklist zu. Und sie tut es auch noch beim dritten oder zehnten Mal.

Mit „Pedals“ beamt das Quartett den Zuhörer praktisch wieder ins Jahr 2001 zurück. Der Sound tobt sich ordentlich aus, jedoch nie, ohne etwas Packendes zu haben. Alle zehn Songs sind Lieblingsstücke, die eine perfekte Symbiose ergeben. Und dabei klingen die Jungs, die ja längst Männer sind, auch viel erwachsener. Bleibt nur zu hoffen, dass sie sich jetzt nicht wieder fünf Jahre trennen, bis sie uns ein drittes Album präsentieren!

Im April kommen sie zumindest schon mal auf Tour und sind in Hamburg, Berlin und München zu sehen. Und zwar nicht allein, sondern mit den legendären …And You Will Know Us by the Trail of Dead. Wenn das mal kein zweites Woodstock für Freunde der gepflegten Rockmusik ist!

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