Kritik | Part Lies, Part Heart, Part Truth, Part Garbage, 1982-2011 von „R.E.M.“

Küstler:
R.E.M.
Redaktions-Wertung:
Titel:
Part Lies, Part Heart, Part Truth, Part Garbage, 1982-2011
Release:
11. November 2011
LeserInnen-Wertung:
Genre:

It’s easier to leave than to be left behind. Diesen legendäre Satz aus „Leaving New York“ wird wohl kein R.E.M.-Fan angesichts des traurigen Abschieds je vergessen können. R.E.M. gehen, wenn es am Schönsten ist. Nach 31 erfolgreichen Jahre im Business, mehreren Grammys, 15 Studioalben und mehr als 85 Millionen verkauften Einheiten. Und sie krönen diesen Umstand mit einer 40-Song-Rückschau in Form eines Doppel-Albums, das den Titel „Part Lies, Part Heart, Part Truth, Part Garbage, 1982-2011“ trägt.

Darauf finden sich nicht nur Songs aus mehr als drei Jahrzehnten R.E.M., sondern auch drei bisher unveröffentlichte Tracks. Darunter auch die Single „We All Go Back To Where We Belong“, die bereits am 18. Oktober veröffentlicht wurde. Die Songauswahl wurde von Michael, Mike und Peter aber nicht zufällig getroffen. Sie haben sich für die 40 Titel  entschieden, die ihrer Meinung nach den natürlichsten Schlussstrich unter die letzten 31 Jahre ziehen würden. Doch ob das wirklich so einfach ist? R.E.M. gelten schließlich als eine der erfolgreichsten Bands des Alternative Rock und die versehentlichen Erfinder des College-Rock und haben unzählige Künstler mit ihrem Sound inspiriert. Sowohl stilistisch als auch ideologisch.

Es ist ganz klar eine Ära, die zu Ende geht. Nicht nur die des Trios R.E.M., sondern auch des einstigen Quartetts. Denn in der Zeit, in der Gründungsmitglied Bill Berry noch in der Band war (bis 1997), sind Hits wie „The One I Love“, „Losing My Religion“, „Man on the Moon“ oder auch „Nightswimming“ entstanden, die allesamt auch auf dem Doppel-Album zu finden sind. Das Schöne: Die Band hat im Booklet jeden der 40 Songs ausführlich kommentiert. So sagt Michael beispielsweise über „Everybody Hurts“: „Ich kann mich an das Singen nicht mehr erinnern, aber ich kann nach wie vor nicht glauben, wie klar meine Stimme auf dieser Aufnahme klingt.“ Über „Imitation of Life“schreibt Mike: „Ich erinnere mich, dass ich diesen Song backstage bei einem Pop-Festival in Europa geschrieben habe. In dem Sommer, bevor das Album („Reveal“, Anm. d. Red.) erschienen ist.“ und Peter sagt über die neue Single „We All Go Back To Where We Belong“: „Einige Songs entstehen wie von selbst, andere erfordern ein bisschen mehr Zeit. Dieser Track war harte Arbeit, aber ich liebe das Ergebnis.“

So erzählt jeder der Tracks eine eigene Geschichte und gewährt Einblick hinter die Kulissen, bevor sich der Vorhang endgültig senkt. CD1 beschäftigt sich vor allem mit den frühen Jahren der Band und enthält viele eher unbekannte Songs, die wohl nur eingefleischten Anhängern bekannt sein dürften. CD2 wartet dann mit den großen Erfolgen „Man on the Moon“, „What’s the Frequency, Kenneth?“ oder „Imitation of Life“ auf. Den Abschluss bildet „Hallelujah“, ein Song, mit dem sich R.E.M. in guter Gesellschaft befinden.

Was auf dem Album dennoch etwas zu kurz kommt, sind Titel aus Platten der 90er Jahre. So werden Nummern wie das grandiose „Drive“ (1992), „Bang and Blame“ (1994), „E-Bow the Letter“ (1996) oder „Daysleeper“ (1998) vermisst und hätten mit „Perfect Circle“ oder „Bittersweet Me“ bequem auf eine dritte CD gepasst. Recht machen kann man es aber selbstverständlich nicht jedem. Dafür gibt zum Glück die 15 vorhergehenden Alben der Band. Und in ein paar Jahren vielleicht noch mal eine neue Collection mit den größten Hits.

Verwandte Artikel

  • Keine verwandten Artikel gefunden

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*
*

n/a