Kritik | Hot Cakes von „The Darkness“

Küstler:
The Darkness
Redaktions-Wertung:
Titel:
Hot Cakes
Release:
17. August 2012
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Das erste Mal, dass man hier in Deutschland so wirklich etwas von The Darkness gehört hat, war 2003 mit der Single „I Believe In A Thing Called Love“. Leadsänger Justin Hawkins konnte hier mit seinem Falsetto überzeugen, machte die Nummer zu einem echten Ohrwurm und seine Band international bekannt. Dafür schwang er sich auch gern mal in Outfits, die einen Ausschnitt bis zum Bauchnabel hatten und scheute keine wilde Mähne. Ein echter Glam Rocker eben.

Zu diesem Zeitpunkt hatten The Darkness schon einen weiten Weg hinter und auch noch vor sich: über die Pubs von Camden bis hin zu ausverkauften Theatern, dank eifriger Mundpropaganda, und direkt drei Millionen verkauften Einheiten des Debütalbums „Permission to Land“. 2005 wurde Bassist Frankie Poullain aus der Band geworfen und durch Richie Edwards ersetzt. Nur ein Jahr später rächte sich der Hang zu Kokain und Alkohol von Sänger Justin und auch er verließ die Band. Später hat er zugegeben, dass er den Alltag in der Band satt hatte. Das Touren und die ewigen Studioaufnahmen fand er monoton und langweilig. Ein Schlag ins Gesicht seines Bruders Dan, der in der Band Gitarrist ist.

Mit Justins Ausstieg war ein großes Stück von The Darkness gestorben. Was ist schon eine Band ohne die charismastische Stimme ihres Frontmannes? Justin versuchte sich zwar in eigenen Projekten, gründete 2008 die Band Hot Leg, doch es war einfach nicht der Gleiche. Und so kam, was kommen musste: War es der Rock’n’Roll, der die beiden Brüder einst entzweite, so war er es auch, der sie wieder zusammen brachte. 2009 trafen Dan und Justin erstmals wieder offiziell aufeinander, performten kurze Zeit später sogar auf einer Bühne. Auch die anderen Mitglieder fanden nach und nach wieder zusammen. 2011 wurde schließlich bekannt begeben, dass man in Originalbesetzung ein neues Album aufnimmt. Es heißt „Hot Cakes“ und steht seit heute in den Läden.

Dabei ist die Band dorthin gegangen, wo alles begonnen hat. Sie haben das Café Studio in Lowestoft (das frühere Soundhouse) bezogen, wo Justin, Dan und Ed schon als Teenager geprobt haben, und sind damit zu ihren Wurzeln zurückgekehrt. Frankie erinnert sich:  „Am Anfang klangen wir schrecklich. Wir spielten ‚Growing On Me’, und es klang richtig scheiße. Aber als wir aufhörten, lachten alle. Das war der Moment, in dem ich wusste: das wird alles schon gut werden.“ Älter, weiser, ein bisschen professioneller. Das waren The Darkness nach ihrem großen Bruch und der Versöhnung. Produziert wurde „Hot Cakes“ übrigens von Nick Brine (Stone Roses, Oasis, Will.i.am), den Mix besorgte Bob Ezrin, der zuvor bereits ihren festlichen Hit „Christmas Time (Don’t Let The Bells End)“ produziert hatte.

Obwohl The Darkness ein wenig Bedenken hatten, wie die Leute auf ihre Rückkehr und ihren Sound reagieren würden, wurden sie positiv überrascht. Das Feedback war überragend. Die Fans freuten sich einfach, dass sie zurück waren. Eine erfolgreiche UK-Tour im vergangenen Winter und ein Auftritt von Justin während der Halbzeit des Superbowls (mit „I Believe In a Thing Called Love“) untermauerten das noch. The Darkness sind wieder da! Aber hallo!

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