Kritik | Harakiri von „Serj Tankian“

Küstler:
Serj Tankian
Redaktions-Wertung:
Titel:
Harakiri
Release:
06. Juli 2012
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Der Name Serj Tankian mag vielleicht nicht jedem sofort etwas sagen, hört man allerdings die Stimme des musikalischen Multitalentes kann man sie sofort einordnen: System Of A Down! Dort ist Serj seit 1995 u.a. für den Gesang zuständig, hat diverse Pausen mit der Band aber auch für seine eigene Karriere genutzt. Seit 2002 hat der Sänger, Poet, Songwriter, Aktivist und Komponist zwei Alben veröffentlicht. Mit „Harakiri“ folgt nun Nummer 3.

Das hat Serj, wie auch die Vorgänger „Elect The Dead“ von 2007 und „Imperfect Harmonies“, selbst in seinem Home-Studio in Los Angeles produziert. Sein Songwriting-Instrument für die Arbeit am Album war u.a. ein iPad. So läuft das eben im 21. Jahrhundert. Geschrieben wurden die meisten Tracks schon 2011. Ein Jahr, das Serj selbst als das „arbeitsamste und produktivste“ seines Lebens bezeichnet: im Februar debütierte sein Rock-Musical „Prometheus Bound“ am Oberon Theater in Harvard/Boston, er veröffentlichte seinen zweiten Gedichtband „Glaring Through Oblivion“, tourte mit System Of A Down mal eben über drei Kontinente, spielte mit dem Opera Orchestra in Jerewan, Armenien, und performte sein erstes Konzert in seinem Geburtsland Libanon, zusammen mit dem libanesischen National-Symphonieorchester. Puh. Und dann war da eben noch die Arbeit an „Harakiri“.

Es ist ein symbolisches Album, das durch diverse Omen iniziiert wurde. Und durch die Symbolik, dass sich ganze Spezies in großem Maße selbst ausgemerzt haben. Auch soundtechnisch spürt man das. Serj sagt dazu: „Es ist anders als alles andere, was ich bis dato als Solokünstler gemacht habe. Es ist viel treibender und punkorientierter und beinhaltet Einflüsse, die von Goth über Electronic bis hin zu 80s-Vibes, dynamischem Heavy Rock und epischen, melodiösen Songs reichen. Lyrisch spannt es den Bogen von Persönlichem, Politischem und Philosophischem bis zu Spirituellem, Lustigem und Liebe.“ Sprich: Hier ist wirklich von allem etwas dabei. Der Großteil der Tracks geht nach vorn und ist ordentlich laut, es sind aber auch ruhigere Töne dabei.

Die Themen, die Serk Tankian besingt, liegen ihm schließlich wirklich am Herzen. Zusammen mit seinem Musikerkollegen Tom Morello (Rage Against The Machine, Audioslave) hat er vor zehn Jahren die Non-Profit-Organisation Axis Of Justice gegründet, die sich darum bemüht, Musiker, Musikfans und politische Basisorganisationen zusammenzubringen, um gemeinsam für soziale Gerechtigkeit zu kämpfen. Der gebürtige Armenier hat eine ganz klare Mission: Vielfältigkeit und Verständnis durch Musik, Dichtung und Aktivismus zu verbreiten.

Einen ersten Eindruck davon kann man sich bei diesem Medley machen:

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