Kritik | Handwritten von „The Gaslight Anthem“

Küstler:
The Gaslight Anthem
Redaktions-Wertung:
Titel:
Handwritten
Release:
20. Juli 2012
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Wirklich hangeschriebene und handgemachte Musik hat im 21. Jahrhundert einen gewissen Seltenheitswert angesichts der digitalen Musikszene. Früher musste man mindestens ein Instrument beherrschen, um sich Musiker nennen zu dürfen. Songs wurden in langwierigen Prozessen selbst geschrieben und kamen demnach direkt aus der Seele. Heute beschäftigt nahezu jeder Künstler eine Hand voll Songwriter, Sounds werden ganz einfach am PC abgemischt.

The Gaslight Anthem wollen sich gegen diese Entwicklung wehren und kehren mit ihrem neuem Album „Handwritten“ zurück zum echten Rock & Roll, zur ungezähmten, reinen Urform des Rock. Dafür haben sie Anfang des Jahres eine 14-stündige Fahrt von New Jersey nach Nashville auf sich genommen, um in den Blackbird Studios innerhalb von fünf Wochen ihr neuestes Werk kreieren zu können. Gemeinsam mit Produzent Brendan O’Brien (Bruce Springsteen, Pearl Jam, AC/DC).

Es ist der vierte Longplayer des Quartetts aus New Brunswick. Alle drei Vorgänger waren purer Rock, gemischt mit Soul und Punk. Sängr Brian Fallon hatte davon irgendwann genug und hat im vergangenen Jahr das kleine Projekt „The Horrible Crowes“ gegründet. Hauptsächlich, um sich auch in anderen Soundsphären austoben und mit Kollegen seiner Zunft touren zu können. Anschließend ist er zu seinen Bandkollegen zurückgekehrt und war bereit, wieder ein waschechtes The Gaslight Anthem-Album aufzunehmen.

Erster Vorbote dazu war die Single „45“, die bereit im April Weltpremiere im Radio hatte. Hier treffen Soul der 60er und Rock der 70er auf Grunge und verschmelzen zu einer eingängigen Hymne. So wie auch viele andere Titel auf „Handwritten“. „Ich würde sagen, dass wir noch nie Songs geschrieben haben, die so genau das treffen, was wir eigentlich schon immer sein wollten“, sagt Gitarrist Alex Rosamilia über das neue Album. Im kleinen Studio in Nashville haben die vier Musiker alle elf Stücke live mit der kompletten Band aufgenommen. Und das hört bzw. spürt man.

„Handwritten“ klingt deutlich schnörkelloser, eindringlicher und emotionaler. Damit wollen The Gaslight Anthem nicht nur ihre treue Fangemeinde ansprechen, sondern sie sind bereit, eine Grenze zu überschreiten. Sie wollen große Stadion-Gigs, ein großes Label, gern auch vom Cover des Time Magazine grinsen. Wer weiß, wer weiß … weiterentwickelt haben sie sich auf jeden Fall!

Einen Album-Stream zu „Handwritten“ gibt es hier!

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