Kritik | Greetings From Gardentown von „Delilahs“

Küstler:
Delilahs
Redaktions-Wertung:
Titel:
Greetings From Gardentown
Release:
12. Oktober 2012
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Ein perfektes Postkartenmotiv, das Cover von „Greetings From Gardentown“. Die Delilahs stehen wie Gartenzwerge im Grün und beschneiden im Businessdress die Hecke. Die Idylle ist allerdings trügerisch, denn was das Schweizer Quartett abliefert, würde in jeder Sparte garantiert schnell zu Streit am Gartenzaun führen. Oder eben zu rockenden Nachbarn, die im Rhythmus ihr Beete wässern und Unkraut zupfen. Die zwei Ladies und Boys sind nämlich mit jeder Menge Drive ausgestattet. Sie rocken rotzig, echt und äußerst vielseitig los. Das neue und zweite Album ist dabei eine gitarrenlastige Hommage an ihre Heimatstadt Zug, die wunderbar unangestrengt klingt.

Wer die Delilahs bislang noch nicht kannte: Keine Sorge! Ursprünglich waren sie nämlich ein Frauen-Trio und als The Delilahs ziemlich erfolgreich. Als Support für Stereophonics oder bei Konzerten mit Bands wie Sons and Daughters oder Maximo Park. Sie waren auf Clubtour, sie traten bei Festivals auf. Nachdem 2007 Schlagzeugerin Sonja Zimmerli die Band verließ, trennten sich auch Isabella Eder und Muriel Rhyner von etwas: Ihrem Manager und dem „The“. Sie produzierten ein Mini-Album, 2009 kamen dann Philippy Rhyner (Muriels Bruder) und Daiel Fischer zur Band. Fertigen waren Delilahs 2.0. Eine aus einer Girlgroup mutierte Rockband, die es liebt, live abzuliefern.

Schon auf der Debüt-CD „Delilahs“ hat das hervorragend funktioniert, bei „Greetings From Gardetown“ ist es nicht anders. Obwohl – die Band hat sich hörbar weiterentwickelt. Da ist immer noch der jugendliche Furor erkennbar, doch er vermengt sich immer mehr mit einer gewissen Reife und Refrains, die wirklich ins Ohr gehen. Das zeigt auch die erste Single „Melting Gaze“, die bereits Ende September erschienen ist. „Wir sind retro, ohne aber retro zu klingen“, sagt Muriel Rhyner lachend. Außerdem stehen Delilahs für eine unwiderstehliche Mischung aus Indie, Pop, Punk und Rock und brechen somit ganz wunderbar mit Vorgarten-Klischees. Hinstellen kann man sich die CD ja aber trotzdem. Ins Regal zum Beispiel.

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