Kritik | Flying Colors von „Flying Colors“

Küstler:
Flying Colors
Redaktions-Wertung:
Titel:
Flying Colors
Release:
23. März 2012
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Neumodische Musik auf altmodische Weise. Diesen Gedanken verfolgt das Quintett Flying Colors, bei dem keine Unbekannten ihre Finger im Spiel haben. Hinter den „Fliegenden Farben“ stecken nämlich Mike Portnoy (Schlagzeug, Gesang), Dave LaRue (Bass), Neal Morse (Keyboards, Gesang), Casey McPherson (Gesang, Gitarre) und Steve Morse (Gitarre). Eine interessante Mischung, die anfangs ganz anders klingt, als man es sich vorstellt.

Die Idee zu diesem „Projekt“ hatte Produzent Bill Evams. Vor knapp vier Jahren präsentierte er sie den fünf Musikern und Produzent Peter Collins. Alle waren angetan von dem Vorhaben und so wurden die Kulis gezückt.

Gitarrist Steve Morse (Dixie Dregs, Deep Purple) und Bassist Dave LaRue (ebenfalls Dixie Dregs, Joe Satriani, John Petrucci)  haben bereits über viele Jahre hinweg zusammengearbeitet und kennen ihre magische musikalische Chemie. Multi-Instrumentalist, Komponist und Sänger Neal Morse ist eine der führenden Persönlichkeiten des Progressive Rock und seit 2001 als Solo-Künstler und Mitglied der Prog-Supergroup Transatlantic bekannt. Mike Portnoy ist nicht nur Schlagzeuger, sondern auch ein versierter Autor und Produzent. Er war bis 2010 Leader, Schlagzeuger, Produzent und Co-Autor der Metal/Prog-Riesen Dream Theater. Sänger Casey McPherson dürfte hingegen einigen von Alpha Rev bekannt sein. Sein Album „New Morning“ war 2010 ein sehr großer Erfolg.

Somit haben sich also praktisch fünf Multitalente zusammengefunden, die im Frühjahr 2011 neun Tage im Studio verbracht und das Grundgerüst für „Flying Colors“ gestemmt haben. Jetzt mag man sich denken: Neun Tage! Wie soll das funktionieren? Man darf allerdings nicht vergessen, dass hier keine Amateure auf engstem Raum gesessen haben, sondern Vollprofis. “Die Band arbeitete so schnell, ständig flogen Ideen durch den Raum. Teile von Songs wurden arrangiert, dann neu arrangiert, Ideen wurden in alle Richtungen ausprobiert, bis sie für uns alle „funktionierten“ oder, in einigen Fällen, doch ganz verworfen wurden. Allein hier nicht den Faden zu verlieren war eine Herausforderung“, so Dave LaRue.

Doch wie klingen sie nun, die Flying Colors? Sanfter, als man vermuten würde. Vor allem im Opener  „Blue Ocean“. Die Stimme von Neal Morse bringt eine gewisse Seichtheit mit sich und erinnert an den großen Sound der 80er Jahre. Schon im Folgetrack „Shoulda Coulda Woulda“ zeigen die fünf Herren allerdings, dass man auf dem Album keinen Schmusepop zu erwarten hat, sondern sie auch deutlich härter und rockiger können. Was nicht zuletzt an Casey McPherson liegt, der ebenfalls das Mikro überimmt und dessen Stimme einen sehr markanten Schliff hat.

Die Tracklist erweist sich als eine gelungene Balance zwischen leichtem und intensivem Rock, zwischen beeindruckenden Riffs und fantasievollen Melodien. Damit ist den Flying Colors das gelungen, was sie wollten. Erfrischende und doch klassische Musik. Alt und zugleich doch neu.

Seit heute steht das Album in den Läden. Tourpläne werden in den nächsten Monaten bekannt gegeben!

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*
*

n/a