Kritik | El Camino von „The Black Keys“

Küstler:
The Black Keys
Redaktions-Wertung:
Titel:
El Camino
Release:
02. Dezember 2011
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Play Loud! Dieser Vermerk klebt in kreisrunder Form auf dem Cover von „El Camino“, dem neuesten Streich von The Black Keys. Nach dem grandiosen Erfolg des Vorgängeralbums „Brothers“ (2010) legen Dan Auerbach und Patrick Carney damit jetzt nach! Denn nach mehr als 1,7 Mio. verkauften Platten, 3 Grammys und einem MTV Video Music Award kann man schon mal für Nachschub sorgen. Allerdings natürlich nicht, ohne den typischen The Black Keys Sound mit einzubringen!

Die können übrigens selbst nicht glauben, wie erfolgreich sie innerhalb kürzester Zeit geworden sind. „Bis vor etwa drei Jahren hätte ich mir niemals vorstellen können, dass wir jemals 2.000 Tickets für eine einzige Show verkaufen würden. Und jetzt spielen wir ununterbrochen in Hallen, die das Drei- bis Fünffache fassen“, so Drummer Patrick Carney. Ja, der Erfolg kam letztlich fast über Nacht, auch wenn bis dahin ein ganzes Jahrzehnt und fünf Alben vergehen mussten. Und auch wenn die Zwei-Mann-Combo das irgendwie alles nie wollte.“Wir wollen, dass unsere Platten richtig scheiße klingen. Aber das bitte gut“, lautet
ein legendäres Zitat von Dan Auerbach.

Ihre Mischung aus Blues, Country, Soul und Rock und die Kunst, aus einer kleinen Idee große Songs zu basteln, hat aber nunmal dafür gesorgt, dass die beiden Nachbars-Kinder aus Akron/Ohio verdammt erfolgreich geworden sind. Das hat auch nichts mit Glück oder Zufall zu tun. Dan und Patrick haben sich das einfach hart erarbeitet. Sie sind über Jahre in einem altersschwachen Van durch die Staaten getourt und haben in Clubs auf dem Boden geschlafen. Sie galten lange als strenger Geheimtipp für Fans eines authentischen, obschon modernisierten Blues-Feelings. Ihre bis dahin veröffentlichen vier Alben bekamen nur wenige mit. Bis, ja, bis Danger Mouse alias Brian Burnton in ihr Leben trat. In ihm haben The Black Keys den perfekten Produzenten jenseits aller Rock-Klischees gefunden– und ihr fehlendes drittes Glied für die Studio-Arbeit.

Und nun ist also „El Camino“ erschienen, Album Nummer sieben und die nunmehr dritte Zusammenarbeit mit Danger Mouse. Der einstige Kellersound ist Vergangenheit, The Black Keys drängen nach oben, ans Tageslicht. Und zwar mit eingängigen Blues- und Boogie-Songs, die unweigerlich in die Beine gehen und im Kopf bleiben. Es scheint, als hätten sie die Formel für perfekte Songs geknackt. Auf ihrem Album finden sich schließlich elf davon und die werden ganz sicher ihre Fans finden!

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