Kritik | Dos! von „Green Day“

Küstler:
Green Day
Redaktions-Wertung:
Titel:
Dos!
Release:
09. November 2012
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Wie viele Alben haben Green Day mittlerweile auf den Markt gebracht? Neun Studienalben bisher, und da ist es auch schon, das zehnte Album der US-amerikanischen Punk-Rock-Band. Die mittlere Scheibe einer Trilogie finden wir in den Händen, wenn wir das orangene Cover halten, was nach 80er-Jahre-Punkplatte aussieht. Man sagt, dass mit Green Day Anfang der 1990er das Punk-Revival begann. Und eins ist klar: Sie zählen zu den Besten in Ihrer Musikbranche und sind so erfolgreich, dass sie bisher insgesamt ca. 65 Millionen Tonträger verkauft haben.

Das neue Album „Dos!“ beginnt genau so wie wir es haben wollen: Guter Punk, abwechslungsreich und doch gewohnt. So viele Akkorde braucht der Punk nicht, doch diese Musik ist eine rockige Art der Mainstream-Radiomusik Paroli zu bieten und trotzig Melodien dahin zu schmettern, die genauso im Ohr hängen bleiben wie Charts.

Abrupte Pausen, country-artig beginnende Lieder („See you tonight“), der typische amerikanische Highschool-Punk schellt aus den Lautsprechern und das Album hört sich wirklich gut in einem Rutsch durch, aber etwas wirklich Außergewöhnliches sucht man irgendwie vergeblich. „Stray Heart“ ist zum Beispiel wie eines vieler punkigen Stücke, die zwar mitreißen, aber im Grunde wie viele anderen klingen. Und so läuft die Platte so vor sich hin und gefällt einem – sicher hört man sie auch noch einige Male mehr an – aber das Einzigartige bleibt verloren. „Ashley“ ist ein Hit wie er die Radiohörer mitreißt: Gute Musik die an die Öffentlichkeit gelangen soll, aber nicht in einer verrauchten Kellerbar gegrölt wird. Die drei Punks aus Kalifornien spielen in der großen und in der öffentlichen Liga.

Am 21. September 2012 erschien bei Reprise Records das erste Album „UNO“, der Trilogie und nun am 9. November 2012 „Dos!“. Während „Uno“ an den Punkrock-Sound der frühen Green-Day-Alben anknüpft, sollen sich die „Dos“-Songs mehr am raueren Garage Rock orientieren. Nach zwei Konzeptalben wollte die Band wieder zu ihren Pop-Punk-Wurzeln zurückkehren – Sänger Billie Joe Armstrong meinte, „das letzte Album war so ernst, wir wollten lustigere Sachen machen.“ Als erste Single wurde „Stray Heart“ am 10. Oktober 2012 veröffentlicht. In „Wow! That´s loud“ kommt zwar wieder ein kurzes punkiges Gitarrensolo durch, doch eher kurz und wild als ausgelassen und aggressiv. „Amy“ klingt einfühlsam und seicht aus, und erweckt fast schon den Anschein einer Singer-Songwriter-Ballade. Wer weiß, welchen Musikstil uns in die dritte Scheibe bringt. „Tré!“ soll in Deutschland am 7. Dezember zu auf den Markt kommen. Abwarten, was uns der Weihnachtsmann bringt.

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