Kritik | Back To Forever von "Lissie"

Küstler:
Lissie
Redaktions-Wertung:
Titel:
Back To Forever
Release:
11. Oktober 2013
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Es gibt wenige Alben, deren Veröffentlichung ich kaum erwarten kann. Bei denen ich die Verpackung regelrecht aufreiße und mich sofort auf die Tracklist stürze. Lissie’s neueste Scheibe zählt definitiv dazu. Denn nachdem ich nach „Catching A Tiger“ einen regelrechten Women Crush hatte, war ich sehr, sehr gespannt auf den Nachfolger „Back To Forever“. Und: Er enttäuscht nicht!

Das ist keine Selbstverständlichkeit, denn immerhin liegen etwas mehr als drei Jahre zwischen den beiden Alben.  Drei Jahre, in denen man recht wenig von der US-Amerikanerin gehört hat. Das könnte natürlich auch daran liegen, dass sie absolut skandalfrei ist – Twerking performt Lissie höchstens im Kornfeld – wahrscheinlicher ist aber, dass sie fleißig unterwegs war, Auftritte hatte und heimlich an neuen Songs gebastelt hat.

Dass die diesmal deutlich mehr Rock als Pop sind, hört man ab der ersten Sekunde. Und es passt wie die Faust aufs Auge, denn Lissies Stimme hat dieses Derbe, Roughe, Dreckige. Sie ist nicht so süß, wie man auf den ersten Blick vielleicht vermutet. Dennoch braucht „Back To Forever“ mindestens einen Durchlauf, bis man sich mit dem doch etwas neuen Style arrangiert hat. Danach gehen sie dann aber auch schon los, die Ohrwürmer und Zehenwackler.

Den Auftakt macht der Opener „It’s The Habit“. Als Einstieg perfekt gewählt , denn die Nummer gibt eindeutig die Richtung des gesamten Albums vor. „Further Away (Romance Police)“ unterstreicht sie im Anschluss noch und ist schon beim zweiten Abspielen einer meiner Favorites auf der LP. Ein absolutes Brett, das live garantiert der Hammer ist.

Man merkt es vielleicht schon: Seichtere, reduzierte Songs muss man auf Lissies zweitem Album wirklich suchen. „They All Want You“, das grandiose „Sleepwalking“, der kraftvolle Song „Mountain Top Removal“ oder der Titelsong „Back To Forever“ zählen dazu. Ansonsten sind größtenteils Uptempo-Tracks auf der Scheibe vertreten. Ein deutlicher Unterschied zu Lissies Debüt aus dem Jahr 2010, das eher poppig-folkig angelegt war und letztlich besonders mit den Akustik-Versionen punkten konnte. 2013 braucht Lissie schon ein paar mehr Instrumente im Background. Aber sie zeigt auch eindrucksvoll, dass sie sich weiterentwickelt hat. Und das, ohne ihren Charme zu verlieren.

Für mich ist sie einfach eine Ausnahme-Künstlerin mit einer noch größeren Ausnahme-Stimme. Eine Frau, die mit beiden Beinen im Leben steht und ehrliche Musik macht. Ohne künstliche PR, ohne Show. Wer ihr erstes Album mochte, muss „Back To Forever“ lieben. Lissie ist Lissie geblieben. Sie ist nur etwas lauter geworden.

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