Kritik | Any Man in America von „Blue October“

Küstler:
Blue October
Redaktions-Wertung:
Titel:
Any Man In America
Release:
26. August 2011
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Aus Houston in Texas stammen ganz viele hervorragende Künstler: Beyoncé und ihre Schwester Solange, Yolanda Adams oder Mike Jones zum Beispiel. Und eben auch Blue October. Eine Rockband, die musikalisch zwischen Alternative/Progressive Rock und Post-Grunge unterwegs ist. Sie wurde bereits 1995 gegründet und bringt in diesen Tagen ihr mittlerweile siebtes Studioalbum auf den Markt. Das trägt den Titel „Any Man in America“ und ist bereits seit Anfang 2011 in der Mache. Der Hintergrund, aus dem es geboren wurde, ist weniger schön, macht das Album aber zu etwas sehr Besonderem und Persönlichem.

Der Arbeit an „Any Man in America“ vorausgegangen ist nämlich ein Tiefpunkt im Leben von Sänger Justin Furstenfeld: Die Auflösung seiner Ehe und ein daraus resultierender erbitterter Sorgerechtsstreit um seine Tochter Blue Reed. Bereits in der Vergangenheit waren Themen wie Selbstmord, Stimmungsschwankungen, Depressionen oder unerfüllte Gefühe tonangebend bei den Rockern aus Texas, diesmal geht es hauptsächlich um Justin und den Kampf um sein Kind. Um ein gebrochenes Herz. Und um die Band, die wie eine zweite Familie zu ihm gestanden hat.

Songs wie „The Feel Again (Stay)“ machen die tiefe Traurigkeit deutlich, die in Justin herrscht. Und sein Blick in die Kamera, wenn er „I can’t be anything but who I Am“ singt, jagt einem eine schier endlose Gänsehaut über den Rücken, die durch den intensiven Refrain noch verstärkt wird. Der Titel zählt ohne Frage zu den berührendsten Nummern auf dem Album und hat seine ganz eigene Stärke. Dabei ist er mit der ruhigste Songs, denn die restlichen zwölf Tracks sind lauter, schneller, härter. Was ihnen allen gemein ist, ist der inhaltliche Background. Ob „The Chills“, in dem es um das Ende der Liebe zwischen Justin und seiner Frau Lisa geht, „The Worry List“, das von Fehlern in der Vergangenheit handelt oder der Titelsong „Any Man In America“, in dem Justin mit seiner Ex abrechnet und damit, dass er seine Tochter lange Zeit nicht sehen durfte – jeder Track hat eine ungeheure Intensität und beschreibt den Schmerz, den eine so unschöne Trennung mit sich bringt, auf den Punkt genau.

Die Zeichnung auf dem Cover des Album stammt übrigens von der dreijährigen Tochter seines Produzenten Tim Palmer. Bei den Alben „The Answers“ und „History for Sale“ war Justin, der auch Autor und Maler ist, selbst tätig.

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