Kritik | An Appointment With Mr. Yeats von „The Waterboys“

Küstler:
The Waterboys
Redaktions-Wertung:
Titel:
An Appointment With Mr. Yeats
Release:
23. September 2011
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Wer ist Mr. Yeats?

The Waterboys, eine schottisch-irische Folk-Rock-Band machen seit Anfang der 80er-Jahre Musik und haben bereits fünfzehn Alben herausgebracht. Das sechzehnte ist auf dem Weg: „An Appointment with Mr. Yeats“ ist eine Sammlung vertonter Gedichte von W B Yeats. William Butler Yeats wurde 1865 bei Dublin geboren und gilt als einer der bedeutendsten englischsprachigen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. Und da Waterboys Sänger Mike Scott schon immer eine Liebe zur Literatur hatte und bereits in älteren Alben das ein oder andere Yeats-Gedicht vertonte, soll das Angesammelte Klanggut der vielen Jahre nicht mehr länger im privaten Songbuch schlummern. „An Appointment with Mr. Yeats“ ist der lang ersehnte Kontext aus Literatur und Musik. Vierzehn Gedichte, ironisch oder romantisch, politisch oder mythologisch wurden hier mit der Musik einer Rockband vertont, die in Irland und Großbritannien nicht unbekannt ist.

Irgendwie ist das Album eine Mischung aus vielen verschiedensten Musikrichtungen an denen man sich bedient wie in einem Süßigkeitenladen. Da wird alles gegriffen was einem gefällt, in eine Zuckertüte gesteckt, einmal geschüttelt und heraus kommt eine musikalische Mischung, die sich wirklich hören lässt. Da haben wir sanfte Balladen, Synthierock wie wir ihn von früher kennen, einfach nur rockige Lieder gefüllt mit Effekten die scheinbar als Überleitungen dienen oder country-artige Stücke wie „Sweet dancer“, dem die neue irische Sängerin Katie Kim ihre süße Stimme verleiht. „The Lake Isle of Innisfree“ bringt dann noch ein wenig Blues auf die Scheibe.

Wunderbar hallende elektrischer Gitarrensoli, die plötzlich abrupt endend von rockig in neue Balladen überleiten. Ein Zirkus des Rocks bietet uns auch „News for the Delphic Oracle“. Wir hören praktisch wie sich der Vorhang öffnet für eine Vorstellung der elektronischen Orgelklänge und weiteren musikalischen Überraschungen. Effektvoll werden zum Beispiel im Song „White Birds“ am Ende Möwengeräusche eingesetzt. Die Flötistin Sarah Allen verleiht der Musik die irische Luft , „Mad as the mist and snow“ bietet eine schöne Mischung aus irischer Steppmusik besonders rockig gemacht und auch „An irish airman forsees his death“ zeigt irische Wurzeln.
Da Frontmann Mike Scott das Schreiben der Musik immer leichter fällt als das Texten, war es ihm zudem „ein enormes Privileg und besonderes Vergnügen“ die Stücke eines berühmten Literaten mit den passenden Klängen zu untermalen. Gelungen, sehr abwechslungsreich und man hört die jahrelange musikalische Erfahrung der Band.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*
*

n/a