Uncle Charlie von „Charlie Wilson“

Küstler:
Charlie Wilson
Redaktions-Wertung:
Titel:
Uncle Charlie
Release:
13. Februar 2009
LeserInnen-Wertung:
Genre:
Web:
keine Angaben

charlie-wilson-uncle-charlie-cd-bewertungendeKeine Spur von Altersschwäche bei Charlie Wilson. Der 56 jährige Soulbarde aus Tulsa, Oklahoma zeigt sich auch mit nicht mehr ganz so jungem Alter frisch wie der Morgentau. Zusammen mit seinen Brüdern feierte er als die legendäre GAP Band schon in den 70ern und 80ern viele Erfolge, seit 1992 ist der Mann auch solo unterwegs. Die meisten dürften ihn wohl durch seine vielen Kollaborationen mit keinem Geringeren als Snoop Dogg kennen, der auch für den Spitznamen und aktuellen Albumtitel „Uncle Charlie“ verantwortlich ist. Geboten bekommt man von Mr. Wilson ein sehr modernes R’n’B Album, das jedoch auf eine etwas reifere Zielgruppe ausgerichtet ist. Eine Mischung, die doch sehr vielversprechend klingt und in den U.S.A. mit einem Charteinstieg auf Platz 2 belohnt wurde.

Die Erfahrung des alten Showhasen Onkel Charlie merkt man besonders in der ersten Hälfte der 12 Track starken LP, denn die kommt komplett ohne Features aus und man gerät auch gar nicht in Versuchung welche zu vermissen. Der Opener „Musta Heard“ legt schon gut los und verbindet tanzbare Rhythmen mit einem orientalischen, von Sitar geprägten Sound. Passt vom Style her vielleicht eher zu einem jungen Hüpfer, doch auch der Oldie begeistert. Nach einer mittelschnellen Nummer namens „Shawty Come Back“ erreicht man zum ersten Mal ein Stück, das sich in den klassischen Soul einordnet. „There Goes My Baby“ heißt der Song, bei dem die ganze Klasse von Charlie Wilson aufblitzt. Seine einmalige und gehaltvolle Stimme passt perfekt zu dem fröhlichen, jedoch auch sehr gefühlvollen und mit vielen akustischen Instrumenten gestalteten Werk, was im Gesamtbild doch sehr viel Spaß macht und als erstes größeres Highlight zu bezeichnen ist.

Auch die für ein R’n’B Album Standart mäßige Reue-Nummer wurde natürlich nicht vergessen. „Can’t Live Without You“ ist einer dieser Slow Jams, bei dem die Liebste um Verzeihung gebeten wird, was bei dieser Qualität wohl auch kein all zu großes Problem sein sollte. Als nächstes findet man mit dem etwas poppigeren „Back To Love“, das sogar etwas Vocodereinsatz hat, und dem erneut mehr als gelungenen ruhigen „One Time“ zwei weitere Songs vor, die man sich garantiert noch öfters anhören wird, bevor man mit Snoop Dogg den ersten Gast auf „Let It Out“ antrifft. Hierbei handelt es sich um einen sehr temporeichen und basshaltigen Smash, der so ziemlich jede Tanzfläche zum Beben bringen dürfte. Wie Charlie Wilson hier seine tolle Stimme einzusetzen weiß ist schon ganz großes Tennis, da vergisst man fast, dass der Doggfather auch noch ein paar gerappte Zeilen beisteuert.

„Love, Love, Love“ klingt vom Namen her zwar nach einer unglaublichen Schnulze, tatsächlich handelt es sich jedoch um einen Song mit Drive und relaxtem Sound, zu dem sich perfekt zurücklehnen lässt. Dem folgt mit „What You Do To Me“ die perfekte Liebeserklärung auf Platte und damit auch der schönste Titel des Albums. Relativ schlicht geht es hier mit Claps und einer Akustikgitarre zur Sache, doch genau das zeigt Wirkung und ein erfahrener Sänger wie Uncle Charlie macht daraus natürlich das Optimum. Gegen Ende wird noch einmal auf einen etwas schnelleren Takt gesetzt. Treibende Beats und Synthesizer-Effekte machen „Thinkin‘ Of You“ zum absoluten Dancefloor-Filler und zeigen, dass der Mittfünfziger noch voll im Saft steht. Zum Abschluss lassen sich Jamie Foxx und T-Pain noch einmal blicken bzw. hören. „Supa Sexxy“, das auch gleich noch von T-Pain produziert wurde, gehört ebenfalls in die Kategorie des schwungvollen Stimmungsmachers und beweist nebenbei noch, dass drei verschiedene Generationen auch wunderbar harmonieren können.

Der große Erfolg in den U.S.A. ist wirklich gerechtfertigt. Zwar ist die Spielzeit mit knappen 45 Minuten nicht all zu lang, dafür bekommt man ein Album, das sich keine Ausfälle leistet und einiges an Ohrwürmern bietet, die man auch gerne öfters mal im Radio zu hören bekommen würde. Stimmlich weiß Onkel Charlie immer zu überzeugen und auch lyrisch kauft man diesem alten Hasen natürlich alles ab. Wer also nach einem R’n’B-/Soul-Album sucht, das man sich auch problemlos in jeder alltäglichen Situation anhören kann, sucht und dabei vor einem Tiger wie Charlie Wilson nicht zurückschreckt, ist mit dieser Platte perfekt bedient.

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