Thr33 Ringz von „T-Pain“

Küstler:
T-Pain
Redaktions-Wertung:
Titel:
Thr33 Ringz
Release:
21. November 2008
LeserInnen-Wertung:
Genre:
Web:
keine Angaben

t-pain-thr33-gingz-cd-bewertungendeDank ihm ist Tallahassee, Florida seit 2005 eine Bank in der Black Music Szene, die Rede ist von T-Pain, der sich durch seinen einmaligen Style schnell einen Namen machen konnte und mittlerweile zu den populärsten R’n’B-Künstlern gehört. Nach etlichen Verzögerungen ist das dritte Album des 24 Jährigen nun endlich draußen. Das Debüt „Rappa Ternt Sanga“ war ja schon eine echt klasse Scheibe, das Sophomore „Epiphany“ dagegen eine Enttäuschung, also durfte man hier gespannt sein, was einen erwartet. Top oder Flop? Produziert hat T-Pain komplett alleine, was doch recht beachtlich ist. Dafür ist die Gästeliste umso länger und namhafter. Neben Chef und Mentor Akon finden sich auch Ludacris, Ciara, Chris Brown, Lil Wayne, Kanye West oder Mary J. Blige auf „Thr33 Ringz“ wieder.

Seinen doch recht eigenwilligen und leicht freakigen Style sieht man nicht nur an dem kreativen Artwork des Albums, sondern auch an den Skits, die einen schon mal zum Schmunzeln bringen. So auch das Intro, bei dem er sich selbst etwas aufs Korn nimmt und dann eine kleine Rap-Performance abliefert. Richtig los geht es mit „Ringleader Man“, einem eher ruhigen Song, der durch seine tiefen Beats und märchenweltartige Melodien eine leicht mystische und geheimnisvolle Note bekommt, daher gut zu T-Pain’s Zirkus auf Platte passt. Nach der eher unspektakulären Singleauskopplung „Chopped N Skrewed“ zusammen mit Ludacris erreicht man mit „Freeze“ ein erstes Highlight von „Thr33 Ringz“.

Neben T-Pain ist hier auch Chris Brown mit von der Partie, was besonders der Damenwelt gefallen dürfte. Das Instrumental dazu ist doch recht abwechslungsreich. Manchmal setzt die Musik komplett aus und wird durch Beatbox-Elemente ersetzt, dann fangen fröhliche und schnelle Synthesizer-Klänge an zu pumpen und reißen zusammen mit den beiden Künstlern richtig mit. Ähnlich gut ist die romantische, jedoch keineswegs zu schnulzige, Kollabo mit Ciara, nämlich „Blowing Up“. Hitsingle „Can’t Believe It“ folgt sofort als nächstes. Ihr besinnliches Glöckchenspiel hat etwas von Weihnachtszeit, dazu singt T-Pain passend auch etwas zurückhaltender und wie auf dem restlichen Album mit teils realer, aber auch verzerrter Stimme. Zweites ist auch bei Lil Wayne der Fall, den man sich hier jedoch lieber gespart hätte, den sein Gekrächze zieht den Song nur unnötig runter.

Am Ende der Platte findet sich auch ein Remix dazu, der sich klanglich irgendwo im Dancepop einsiedelt. Das ebenfalls etwas schnellere „It Ain’t Me“ zusammen mit Akon und T.I. lässt sich genauso zu den Highlights zählen wie auch „Therapy“, das niemand Geringeres als Kanye West als Feature bietet. Ein schneller Takt und teilweise sehr abgefahrene Hintergrundklänge bestimmen den Sound des Songs, bei dem deutlich wird, dass T-Pain auch ohne Auto-Tune ein wirklich guter Sänger ist. Überraschend ist der Auftritt von Kanye. Der hat sich in 2008 ja so gut wie nie ohne Vocoder-Stimme hören lassen, hier legt er eine gut gerappte Strophe mit seiner wirklichen Stimme hin. Allein dafür muss man den Song mögen.

Ein wahres Aufgebot an Soul-Stars findet man auf „Reality Show“, bei dem neben T-Pain auch noch Musiq Soulchild, Raheem DeVaughn und Jay Lyriq am Mikro stehen und die traumhafte Vorlage aus schönem Pianospiel, Schlagzeug und Bass perfekt nutzen und eines der absoluten Highlights daraus machen. Natürlich muss ein Labelboss wie T-Pain auch seine eigenen Schützlinge mit einbauen, so geschehen mit Young Cash, der das flotte und sehr melodische „Superstar Lady“ mit seinen Raps zusätzlich aufpeppt und einen gelungenen Kontrast zum Gesang seines Chefs darstellt. Kleiner Tipp am Rande: diesen Song unbedingt einmal der Freundin vorspielen. Selbes wäre auch bei „Change“ angebracht, denn dieses Lied ist einfach ein Knaller und einer der mit Abstand schönsten Tracks in der Discographie des T-Pain.

Diddy leitet das Stück mit ein paar Worten ein, danach setzt das Klavier-Lovesong-Instrumental ein und T-Pain schmettert voller Inbrunst, Motivation und Emotion los, sodass es einem fast die Schuhe auszieht, besonders sein Refrain ist super und auch die lyrische Seite ist nicht zu verachten. Da wirken selbst gestandene Stars wie Akon und Mary J. Blige wie kleine Nebenrollen, sind nichts desto trotz eine echte Bereicherung. Wie auch auf den beiden Vorgängern ist Tay Dizm ebenfalls auf „Thr33 Ringz“ vertreten, wirkt dabei auf dem club- und partytauglichen „Digital“ mit, welches noch einmal ein lockeres Stück ist, bevor man mit „Karaoke“ etwas härteren Tobak vorgesetzt bekommt.

Schon im Vorfeld sorgte das Lied für Aufsehen, wegen der nicht gerade freundlichen Lyrics. Am Anfang entschuldigt sich T-Pain sogar dafür, dass er den Track gegen Akon’s Willen veröffentlicht. Auf einem düsteren und harten Instrumental rappt der Junge aus Florida anstatt zu singen und schießt dabei scharf gegen alle, die versuchen den von ihm etablierten Auto-Tune-Style zu kopieren und heißt es nur bei seine Buddies Kanye West und Lil Wayne gut, DJ Khaled brüllt dazu seine üblichen leeren Phrasen rein. Wird sicher nicht jedem gefallen, daher ist es wirklich toll, dass die EU-Version von „Thr33 Ringz“ mit den flotten Hits „Naked On The Dancefloor“ und dem „Can’t Believe It“ Remix abgeschlossen wird.

Nach dem enttäuschenden Vorgänger ist „Thr33 Ringz“ zum Glück eine riesen Steigerung und kann durchweg mit jedem Song punkten. Besonders der nicht zu übertriebene, sondern immer gut getimte Einsatz des Vocoders fällt dabei positiv auf. Die Auswahl der Features war vielleicht nicht die glücklichste, denn zum Einen sind es doch etwas viel, zum Anderen ist kein Künstler aus Florida mit dabei, was dem Feeling sicher sehr gut getan hätte. Dies ist jedoch die einzige wirkliche Kritik, ansonsten bekommt man eine abwechslungsreiche Platte, die sich zweifellos zu den R’n’B-Highlights 2008 zählen lassen kann.

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