The Truth von „Cherish“

Küstler:
Cherish
Redaktions-Wertung:
Titel:
The Truth
Release:
16. Mai 2008
LeserInnen-Wertung:
Genre:
Web:
keine Angaben

cherish-the-truth-cd-bewertungendeR’n’B Girlgroups gibt es zuhauf, doch wohl kaum eine dürfte nur aus Schwestern bestehen, so wie das Quartett von Cherish um Farrah, Fallon, Felisha und Neosha King. Die vier Ladies im Alter von 21 bis 24 wurden recht früh von Starproducer Jazze Pha entdeckt und mit einem Deal bei dessen Sho’nuff Records ausgestattet. Mit „The Truth“ steht nun das zweite Album der Schwestern aus Atlanta in den Läden, das mit 11 Tracks nicht gerade üppig ausfällt, dafür aber auf Intro, Outro und Skits verzichtet. Lyrisch holten sie sich lediglich von Yung Joc Unterstützung, dafür ist das Produzenten-Lineup mit Jazze Pha, Don Vito, JNEW, Eric Hudson, Bryan-Michael Cox oder Neff-U umso umfangreicher.

Nachdem man die Platte in den Player gelegt hat, wird man gleich mit einem der besten Songs begrüßt, nämlich der Single „Killa“. Manche kennen den Track vielleicht auch aus „Step Up 2“, daher verwundert es nicht, dass es sich hier um einen Club-Track mit flotten und tief pumpenden Beats und einer einprägsamen Synthesizer-Melodie im Hintergrund. Yung Joc legt einen guten ersten Part hin, darf später auch noch mal ans Mic, dazu zeigen die Ladies, was sie draufhaben, besonders der Refrain reißt mit. Um davon etwas runterzukommen eignet sich die nächste Nummer „I Ain’t Trippin“ recht gut. Sie ist ein wenig ruhiger gehalten, ohne jedoch einen gewissen Drive vermissen zu lassen. Insgesamt ein nettes Lied, aber keine wirklicher Ohrwurm.

Einen solchen findet man schon eher mit der Ballade „Amnesia“, die ja auch als Single ausgekoppelt wurde. Besonders das schöne Akustikgitarrenspiel sticht hier hervor, doch auch ein paar Streicher tun ihr Übriges dazu, das dies ein traumhaft gefühlvoller Song wird, der einen Soul-Fan nicht kalt lässt. „Notice“ geht ebenfalls in die etwas softere Richtung, ist allerdings weniger spektakulär, einzig der Refrain, bei dem einige tolle Klänge aus der Elektronik mit dem Gesang von Cherish wunderbar harmoniert, setzt Glanzpunkte. Ganz anders, nämlich mit harten und treibenden Beats, die von ein paar futuristischen Synthesizer-Elementen unterlegt werden, kommt „Framed Out“ daher.

Anfangs klingt es noch vielversprechend, doch da während der Spielzeit weder das Instrumental noch die Girls wirklich in Gang kommen, endet der Track im Mittelmaß. Dagegen können die vier mit „Superstar“ mal wieder zeigen, was sie wirklich auf dem Kasten haben. Auch wenn es eher schlicht klingt, macht es doch deutlich mehr her, als so manch überfrachteter Song. Neben einem Piano kommen auch noch Violinen und ein paar andere Instrumente dazu, was doch sehr emotional rüberkommt und durch die Performance von Cherish zum wohl schönsten Lied des Albums perfektioniert wird. „Only One“ geht in die selbe Richtung, setzt aber verstärkt auf einen tiefen und sinnlichen Beat, was ebenfalls gut gelingt und so die Stimmung des vorrangegangenen Stückes gut fortführt.

„Love Sick“ hat überraschender Weise sogar einen leicht mystischen Touch, der besonders während der eher dunkel wirkenden Strophen zum Vorschein kommt. Gegen Refrain werden dann noch ein paar Geigen und wie so oft ein paar Elemente aus dem PC hinzugefügt, was dem Ganzen noch etwas mehr Pep verleiht. Gegen Ende werden weitere, etwas härtere Töne ausgepackt. Trotz einiger Melodien dominiert bei „Damages“ eindeutig ein drückender Bass, was allerdings gut gelingt und so etwas die Power von Cherish unterstreicht. Das abschließende „Like A Drum“ macht seinem Namen alle Ehre, denn die Drum kommt hier keineswegs zu kurz, sondern trommelt rhythmisch, sodass ein halbwegs guter, jedoch nicht wirklich herausstechender Track am Ende dabei herauskommt.

„The Truth“ ist mit nicht einmal 40 Minuten Laufzeit wirklich äußerst kurz geworden, dafür leisten sich die Girls aber auch keine größeren Ausfälle, sodass man das Album ohne skippen durchhören kann. Leider fehlt es aber an wirklichen Hits, hier wirkt alles eher nach dem typischen Standart, den uns auch so ziemlich jede andere Gruppe abliefern kann. Insgesamt etwas schade, denn dass hier mehr drin gewesen wäre, zeigen die überschaubaren Perlen. Wer nach einer soliden, nicht all zu anspruchsvollen und alltagstauglichen R’n’B Platte sucht, kann ohne Bedenken zugreifen, diejenigen, die ein Hitfeuerwerk erwarten, werden eventuell enttäuscht.

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