The Stripped Mixes von „Michael Jackson“

Küstler:
Michael Jackson
Redaktions-Wertung:
Titel:
The Stripped Mixes
Release:
14. August 2009
LeserInnen-Wertung:
Genre:
Web:
keine Angaben

michael-jackson-the-stripped-mixes-cd-bewertungen-deDass tote Künstler sich mindestens genauso gut verkaufen wie lebendig, wissen wir spätestens seit Elvis. Auch bei Michael Jackson ist das nicht anders und so war es auch keine große Überraschung, dass seine Platten nach dem plötzlichen Tod wieder weltweit die Charts stürmten, teilweise erfolgreicher als direkt nach Release. Dagegen ist sicher nichts einzuwenden, schließlich handelt es sich dabei ja um das, was der Künstler selbst zu verantworten hatte. Kritisch wird dann erst die Phase, wenn die Labels anfangen Post-Alben mit altem Material zusammen stellen, was meistens eher dem schnell verdienten Groschen dient, als einer würdevollen Erinnerung. Nach einer weiteren Best Of CD ist „The Stripped Mixes“ nun das erste Werk, das uns zumindest ansatzweise ungehörte Songs bietet, rausgebracht von Jackos erster Karrierestation Motown.

Der Titel „The Stripped Mixes“ ist bei dieser Scheibe sehr wörtlich zu nehmen, denn kurz gesagt handelt es sich bei dieser Compilation um die bekanntesten Hits aus Michael’s Kindertagen bzw. die Hälfte der Tracks stammt von den Jackson 5, wobei diese Titel von den Originalen unterscheidet, dass sie tatsächlich „ausgezogen“ wurden. Das bedeutet so viel, dass anstatt sie aufzupeppen das genaue Gegenteil getan wurde, sie wurden abgespeckt und zwar um ihre Instrumente. Meistens trifft man nur den Bass an, der dafür sorgt, dass man den Song noch am Rhythmus erkennt, dazu gibt es vielleicht noch ein bis zwei Instrumente, damit es nicht ganz so langweilig klingt, der Rest wird Michael und seinen Brüdern überlassen.

Auf der einen Seite hat dies den Vorteil, dass man die Stimme des jungen Jacko wesentlich besser hören kann, auf der anderen Seite vermisst man oft auch gerade die Elemente, die dazu führen, dass man mitgerissen wird. Der Einstand fällt mit „I’ll Be There“ noch wirklich gut aus, dies liegt aber daran, dass dies der einzige Song ist, der nicht „stripped“ ist, sondern ein normaler Remix. Hier wurde das allseits bekannte Instrumental durch ein schönes und gefühlvolles Akustikgitarrenstück ersetzt, welches die Stimmung mindestens genauso gut transportiert, wie das Original. Danach beginnen die erleichterten Versionen der alten Hits. Sie werden einem schnell bekannt vorkommen, da wie bereits erwähnt der Rhythmus beibehalten wurde, dennoch wird man in den meisten Fällen die Songs mit dem Gefühl anhören: „Da fehlt doch was…“.

Man muss den Liedern eingestehen, dass sie teilweise doch sehr gelungen ist, gerade ein „Who’s Loving You“ überzeugt mit einem schlichten Orgelspiel und einem kleinen Michael, dessen Gesang einfach zum Dahinschmelzen ist. Auch die Coverversion des legendären Bill Withers Klassiker „Ain’t No Sunshine“ funktioniert so schlicht und ruhig perfekt, von der Emotion her vielleicht sogar genauso gut wie die ursprüngliche Ausgabe. Doch es gibt auch Schattenseiten. Und genau diese liegen eher bei den schnelleren Sachen, insbesondere bei „I’ll Want You Back“. Gerade dieser Track lebt ja von den vielen mitreißenden Instrumenten, die fehlen hier bis auf Bass und Drum komplett, sodass man die ganze Zeit vergeblich darauf wartet, dass der Track endlich zündet. Selbes gilt bei „ABC“, ebenfalls von den Jackson 5.

Insgesamt bleibt festzuhalten, dass die meist sehr ruhigen Versionen in vielen Fällen einzeln sehr gut funktionieren, da Michael Jackson eben schon als Kind unglaublich viel Power in seiner Stimme hatte, die man hier teilweise noch besser fühlt, als bei den bekannten Versionen. Auf das Gesamtbild betrachtet ist dies aber auch etwas nachteilig. Denn wenn man einen langsamen Song nach dem nächsten hört, kann es doch schnell mal etwas eintönig werden, was eindeutig damit zusammenhängt, dass die Instrumente weggenommen wurden und man jedes mal einen von Bass geprägten Titel geboten bekommt. Alles in Allem eine ganz ordentliche und interessante Platte, die man sich als absoluter Jacko Fan sicher einmal besorgen kann, Einsteiger sollten zunächst lieber zu den Original Versionen greifen.

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