The Motown Years von „Michael Jackson & The Jackson 5“

Küstler:
Michael Jackson & The Jackson 5
Redaktions-Wertung:
Titel:
The Motown Years
Release:
2. September 2008
LeserInnen-Wertung:
Genre:
Web:
keine Angaben

michael-jackson-and-the-jackson-5-the-motown-years-cd-bewertungen-deEigentlich kam diese Platte ja schon zu Michael Jackson’s 50. Geburtstag im Herbst 2008 auf den Markt, doch erst jetzt, nach Jacko’s unerwartetem Tod, erlebt sie so richtig Aufmerksamkeit und stürmt wie seine anderen Werke die Charts. Bei „The Motown Years“ handelt es sich, wie der Name schon verrät, um eine Best Of Compilation der Jackson 5 um Michael, Jermaine, Tito, Marlon und Jackie, die sich den größten Songs ihrer Zeit bei Berry Gordy’s legendärer Hitschmiede Motown Records befasst und aus ihren Alben zwischen 1969 und 1975 zusammengestellt wurde, zusätzlich gibt es noch eine CD vom jungen Michael Jackson alleine.

Die Musik der 5 Brüder ist ein Mix aus R’n’B, Soul, Funk und Rock’n’Roll, wobei die zwei letztgenannten Genres eher später dazukamen. Was beim Einlegen von CD 1 sofort auffällt ist, dass Michael, der als jüngster schon in die Rolle des Stars gesteckt wurde, schon als kleiner Steppke mit einer unglaublichen Inbrunst seine Lieder schmetterte, sodass es selbst einen, der mit Musik von Kindern nichts anfangen kann, einfach begeistern muss. Der Rest des Quintetts diente zumeist eher als Background Sänger und Tänzer, im Falle von Tito noch als Bassist. Viele der Hits hier werden sicherlich schon bekannt sein und auch wenn man Stücke wie „ABC“, „Never Can Say Goodbye“, „Love Song“ oder „I’ll Be There“ vielleicht schon etwas länger nicht mehr gehört hat, finden sie schnell wieder den Weg ins Ohr und wecken Erinnerungen. Doch auch die bei uns weniger bekannten Tracks wie das durchgefunkte „Forever Came Today“ wissen schnell zu begeistern. Dieser Song stammt z.B. aus der späteren Phase, was man zu aller erst am Sound, aber auch an Michael’s Stimme, die sich hier schon deutlich mehr nach dem Superstar der 80er anhört, merkt. Weitere Highlights der ersten CD findet man mit „Life Of The Party“, das die Hüften schwingen lässt, dem souligen „Doctor My Eyes“, dem wunderbar melodischen und funky „Darling Dear“, dem mit Blues Instrumenten eingespielten „Whatever You Got, I Want“ und natürlich den ganzen ruhigeren Stücken, mit denen massenweise Ladies in den 70ern in Verzückung gesetzt und zum Schmachten gebracht wurden.

Auch bei der zweiten CD reißt es an Hits nicht ab, besser noch, sie beginnt mit dem Jackson 5 Song schlechthin: „I Want You Back“. Auch nach mittlerweile über 40 Jahren hat dieses Lied nichts an seiner Frische verloren, lässt einen aufgrund seiner unvergesslichen Melodie und dem Groove mitswingen und -singen und verbreitet schlicht und einfach gute Laune. Ähnliches gilt z.B. auch für „Sugar Daddy“, das deutlich wenigeren ein Begriff ist, nichts desto trotz mindestens genau so gut ist. Neben all diesen tollen Tracks, egal ob eher flott oder ruhig, ob eher Soul oder Funk, sticht besonders ein Stück heraus, nämlich „Goin‘ Back To Indiana“, das auch vom gleichnamigen Album stammt. Hierbei handelt es sich um eine feinste Rock’n’Roll Nummer, die sofort in Mark und Bein übergeht, noch dazu lässt sich der kleine Michael richtig gehen und liefert eine Wahnsinns-Performance, bei der man einfach gar nicht anders kann, als begeistert zu sein. Neben den bereits genannten gibt es natürlich auch hier viele weitere Top Titel, wie „Skywriter“, „Mama’s Pearl“, „Hallelujah Day“ oder „Dancing Machine“, die Freude beim Anhören verbreiten, selbst ein „Santa Claus Is Coming To Town“ ist so flott, dass man es theoretisch auch problemlos im Sommer anhören kann.

Die dritte und letzte CD dieses Sets ist Michael Jackson alleine gewidmet. Bereits während seiner Zeit mit den Jackson 5 veröffentlichte er parallel dazu seine ersten Solo Alben. Insgesamt ist seine Musik etwas mehr auf Balladen und ruhige Lovesongs ausgelegt, doch natürlich sind auch hier einige schnellere Tracks dabei. Los geht’s mit „Farewell My Summer Love“, das zwar in den 70ern aufgenommen wurde, tatsächlich aber erst 1984 den Weg in die Plattenläden schaffte. Wirklich eine gelungene Nummer, die die Gefühle der Sommerliebe auch wunderbar rüberbringt. „My Girl“ ist sicher einer der bekanntesten Songs von Little Jacko, groovt auch wirklich wunderbar, dennoch ist es sicher etwas seltsam ein Kind über die große Liebe singen zu hören, was dann auch etwas die Schattenseite der frühen Karriere der Jackson Brüder ans Licht bringt. Neben all den Love Songs ist es auch hier ein Rock’n’Roll Hit, der besonders heraussticht. „Rockin‘ Robin“ heißt das Stück, bei dem Michael erneut gekonnt den Rockstar raushängen lässt – einfach großartig! Auch das etwas funkigere „I Wanna Be Where You Are“ ist definitiv ein toller Track, den jeder Jacko Interessierte zumindest einmal gehört haben sollte. Der Rest dieser Platte ist zwar nicht all zu abwechslungsreich und auch nicht ganz auf dem Niveau der Jackson 5 Musik, dennoch kann man sich alles problemlos durchhören und wird sicher noch die ein oder andere Perle entdecken.

Umfangreicher als „The Motown Years“ kann eine Compilation kaum sein und so gibt es eigentlich nichts daran auszusetzen. Man hätte die Lieder vielleicht chronologisch anordnen können, damit man als Fan die Entwicklung der Jungs auch gut nachvollziehen kann, doch das ist nur ein kleiner Kritikpunkt. Empfehlenswert ist diese Zusammenstellung für Freunde der frühen R’n’B Geschichte und des Funk, aber auch die, die sich für Michael Jackson’s Beginne interessieren, ohne sich dabei gleich die doch sehr umfangreiche Discografie der Jungs zulegen zu wollen.

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