The Love & War MasterPeace von „Raheem DeVaughn“

Küstler:
Raheem DeVaughn
Redaktions-Wertung:
Titel:
The Love & War MasterPeace
Release:
12. März 2010
LeserInnen-Wertung:
Genre:
Web:
keine Angaben

Fast genau zwei Jahre nach seinem letzten Album „Love Behind The Melody“ kehrt Raheem DeVaughn mit seinem neuen Longplayer „The Love & War MasterPeace“ auf die Bildfläche zurück. Nachdem der Vorgänger ja sehr gut ankam und auch mit diversen Preisen ausgezeichnet wurde, stellt sich nun natürlich die Frage, ob der Sänger Newark, New Jersey mit der aktuellen Platte daran anknüpfen kann. Nebenbei ist interessant, ob Raheem weiterhin seiner Linie bei behält, oder ob er sich den derzeitigen Trends wie Auto-Tune oder Pop-Elementen anschließt.

Nach einem weniger aufregenden Intro, beginnt „The Love & War MasterPeace“ so richtig mit der ersten Singleauskopplung „Bulletproof“. Wer sie schon kennt, wird gleich wissen, dass Raheem auch mit dem neuen Album den klassischen und ehrlichen Soul dem übertriebenen Schmalz und synthetischen Sound der heutigen Generation nach wie vor vorzieht und so kommt der Song mit verwegenen Bläsern und kräftigem Bass daher, Raheem’s Gesang kommt wie gewohnt sehr smooth, wobei seine Texte auch gut aus einem Hip Hop Track stammen könnten, als Zusatz lässt Südstaaten Rapper Ludacris noch einen Vers da. Shootingstar Wale unterstützt Raheem auf „The Greatness“, ein Stück, das mit seinen funky Tunes, den flotten Rhythmen und dem schönen Melodiengewand gleich für gute Stimmung sorgt, Raheem transportiert dieses Feeling mit seinem Gesang wunderbar weiter, man spürt richtig seine Freude und lässt sich davon anstecken. Wale hätte es da nicht wirklich gebraucht, aber stören tut er auch nicht. Eine größe Stärke von Raheem DeVaughn war es schon immer, Love Songs ehrlich, nicht schnulzig und mit einer positiven Ausstrahlung rüberzubringen und nicht, wie sonst üblich in der Szene, übertrieben auf die Tränendrüse zu drücken. Den Beleg liefert er mit „I Don’t Care“, das gefühlvoll und sehr warm klingt und zeigt, dass man Emotion auch ohne Kitsch ausdrücken kann – genau das ist es, was der R&B Bewegung etwas verloren gegangen ist, zum Glück gibt es noch Künstler wie Raheem DeVaughn, die mit diesem einfachen Rezept wieder etwas Frische in das Ganze hineinbringen.

Eine bescheidene Kombination aus Piano und Akustikgitarre, gepaart mit ein paar Snaps kommt bei „Black & Blue“ zum Einsatz, doch gerade diese verhältnismäßig simple Mixtur funktioniert prächtig, wirkt nicht überladen, sonder perfekt ausgewogen und schafft es wohl gerade dadurch, den Hörer schnell zu erreichen. Die mittlere Phase des Albums um Lieder wie „Mr. Right“, „Fragile“, „My Wife“ oder „Bedroom“ beschäftigt sich mehr mit Songs für gemeinsame Stunden, sind dementsprechend ruhig gehaltene Slow Jams, bei denen man Raheem den kleinen Vorwurf machen kann, altbekannte Sachen wieder neu aufgewärmt zu haben und das nicht gerade spektakulär, allerdings wird er ja gerade dafür gemocht bodenständig zu sein und einen klassischen Stil zu haben. Nach den anfangs recht fröhlichen Tracks und den darauf folgenden etwas langsameren Love Songs, wird man von Dr. Cornel West, der alle Interludes des Albums eingespielt hat, darauf hingewiesen, dass die Platte ihr Ende fast schon erreicht hat. Bevor es soweit ist, gibt es jedoch noch zwei echte Höhepunkte. Angefangen mit „Nobody Wins A War“, das neben der tollen Message die stolze Anzahl von elf Features in sich vereint. Raheem‘s Gäste wären Jill Scott, Bilal, Anthony Hamilton, Algebra, Chrisette Michele, Shelby Johnson, Ledisi, Citizen Cope, Dwele, Chico DeBarge und Rudy Currence, deren gemeinsame Performance schon fast an einen Gospel Chor erinnert, dadurch sehr stimmgewaltig und mitreißend wirkt und man schon bald von dem flotten Track nicht mehr genug bekommen kann. Zum Ausklang gibt sich Damian Marley noch auf „Revelations 2010“ die Ehre. Wer den Song anlaufen lässt, wird sich sicher gleich an den Soul Klassiker „The Look Of Love“ von Isaac Hayes erinnert fühlen, denn dieser ist die Vorlage und durch die verwendeten Samples klingen beide Lieder fast gleich, Raheems Version natürlich etwas moderner. Ein wunderbares Stück, dass durch den Marley Spross noch sein gewisses Etwas bekommt und als einer der besten Tracks des Albums eben jenes toll ausklingen lässt.

Auch mit seiner dritten Platte liefert uns Raheem DeVaughn mehr als nur solide Arbeit ab, das ist R&B, der Herz und Seele berührt, ohne dabei in Kitsch zu verfallen, so wie wir es aus den Charts mittlerweile gewohnt sind. Ausfälle leistet sich Raheem keine, dafür aber ein paar Songs, die etwas inspirationslos wirken, was ihn eine Spitzenwertung kostet. Nichts desto trotz ein erneut starkes Werk, das nahtlos an den Vorgänger anknüpfen und daher eine Empfehlung für jeden ist, der auf hochklassigen Soul steht.

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