Sketches Of A Man von „Dwele“

Küstler:
Dwele
Redaktions-Wertung:
Titel:
Sketches Of A Man
Release:
1. Juli 2008
LeserInnen-Wertung:
Genre:
Web:
keine Angaben

dwele-sketches-of-a-man-cd-bewertungendeMittlerweile liegt es schon einige Jahre zurück als Dwele seinen ersten größeren Auftritt auf dem Slum Village Album „The Trinity“ hatte. Dem folgten die ersten beiden Solo-Platten „Subject“ und „Some Kinda…“, doch wirklich Erfolg konnten sie dem Sänger aus Detroit, Michigan nicht bescheren. Erst 2007 kam der große Durchbruch, als Dwele auf Kanye West’s Single „Flashing Lights“ mitwirken durfte, ein Jahr später steht nun das dritte Werk „Sketches Of A Man“ in den Regalen der Händler. Gefasst machen kann man sich auf ruhigen Neo-Soul, ähnlich wie z.B. ein Raheem DeVaughn, also mit viel Emotion und Blues-Elementen. Hervorzuheben ist dabei, dass Dwele fast die komplette Scheibe selbst produziert hat und auch weitestgehend auf Features verzichtete.

Richtig wundervoll geht es gleich mit „Free As A Bird“ los. Mit Glockenspiel und E-Bass gestaltete Melodien in Kombination mit Dwele’s angenehmer Stimme gehen einem sofort in Mark und Bein über und verleiten dazu, sich im Sessel zurückzulehnen und einfach mal abzuschalten. Etwas schneller ist dagegen „Feels So Good“. Rhythmische Beats bestimmen das Gesamtbild des Liedes, doch auch ein paar Bläser und Funk-Elemente kommen nicht zu kurz – sehr schön! Ab hier folgt nun eine Phase, die sich dem weiblichen Geschlecht widmet.

Angefangen bei dem schlichten, dennoch sehr sinnlichen „A Few Reasons (Truth Pt. 2)“, fortgeführt über das instrumentale „Open Your Eyes“, das dank einem tollen Mix aus eingängigem Pianospiel und Dwele’s glockenheller und gefühlvoller Stimme sofort Herz und Seele berührt. Ungewohnter E-Gitarreneinsatz kommt bei „Workin‘ On It“ zum Tragen, durch die sanften Beats und den Gesang geht die ruhige Note jedoch nicht komplett verloren und so entsteht dabei ein Song, den man vom Tempo her im Mittelfeld ansiedeln kann.

Die alten Freunde von Slum Village ließen es sich natürlich nicht nehmen und unterstützen Dwele auf „Brandi“, ein Song, der sich um eine gescheiterte Beziehung dreht. Insgesamt hat der Track etwas mehr Rap- als R’n’B-Flavor, das stört jedoch nicht großartig. Wer die Sachen von Slum Village kennt, weiß was man hier erwarten kann, nämlich groovende und soulige Beats, entspannte und jazzy Melodien, dazu smoothe Flows und als Ergänzung Dwele’s Gesang. Den Inhalt von „I’m Cheatin'“ dürfte die Damenwelt wohl nicht all zu toll finden, das musikalische Stück hingegen schon, den das ist echt klasse.

Der Slow Jam „Love Ultra“ eignet sich wie eigentlich auch der ganze Rest des Albums besonders für die Stunden zu zweit. Das dominierende Instrument ist hier die Akustikgitarre, die im Hintergrund zu Dwele’s Worten wohl jede Frau dahinschmelzen lässt. Den wohl besten Song von „Sketches Of A Man“ findet man mit „If You Want To“ zusammen mit Lloyd Dwayne und J. Tait. Es wirkt insgesamt etwas fröhlicher, dank Schlagzeug und Streichern sehr schön anzuhören, was sich besonders auf den Refrain niederschlägt, den man als Soulliebhaber sicher als Traum bezeichnen kann.

Leider fällt gegen Ende die Qualität der Songs etwas ab. Egal, ob „Shady“, „Vain“ oder „Spiritual“, sie kommen einfach viel zu ruhig und langsam rüber, sodass man, wenn man nicht ein ausgesprochener Fan solcher Musik ist, sich doch recht schnell langweilen kann. Selbes gilt eigentlich für „I’m Sorry (Wake The Musical Baby)“, das sich nur wegen seiner Lyrics etwas davon abhebt. Dafür ist das von Mr. Lee produzierte „Body Rock“ noch mal ein echtes Highlight. Passend zum Titel kommen kraftvolle E-Gitarren zum Einsatz, dazu ein paar Synthesizer-Sounds und Dwele’s Vorstellung – klasse!

Auch wenn Dwele nach wie vor eher als Insidertipp gilt, sollten sich Soulliebhaber davon nicht abschrecken lassen und zumindest einmal reinhören. „Sketches Of A Man“ eignet sich gut zum Relaxen, egal ob alleine oder zu zweit bzw. lässt sich natürlich auch in anderen Bereichen anwenden. Wer auf den angesprochenen Stil eines Raheem DeVaughn steht, wid bestimmt seine Freude daran finden, Fans von Usher und Co. sollten vorher lieber reinhören.

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