Round 2 von „J. Holiday“

Küstler:
J. Holiday
Redaktions-Wertung:
Titel:
Round 2
Release:
6. März 2009
LeserInnen-Wertung:
Genre:
Web:
keine Angaben

j-holida-round-2-cd-bewertungendeWer erinnert sich nicht noch ans Jahr 2007, als J. Holiday uns die perfekte Anweisung gab, wie man eine Frau ins Bett bekommt? Nun zeigt der Junge aus Washington, dass er viel mehr ist, als nur ein One-Hit-Wonder. Besonders schön ist dabei zu sehen, dass er sich nicht zu den üblichen R’n’B Künstlern wie R.Kelly einreiht und sich voll mit Klunker behängt, sondern sich eher bescheiden und volksnah präsentiert. Dies spiegelt sich dann natürlich auch in seiner Musik wieder. Ehrlich, glaubhaft und nicht übertrieben schnulzig kommt die Lyric des Halbfranzosen, für deren musikalische Unterlegung Produzenten wie StreetLove, The Platinum Brothers, Allstar oder The Co-Stars, also eher unbekannte Leute, verantwortlich sind, was jedoch kein Nachteil ist.

Das kurze und schön swingende Intro eröffnet „Round 2“ schon mehr als vielversprechend, der Track „It’s Yours“ bestätigt dies gleich auf beeindruckende Art und Weise. J. Holiday weiß seine glockenhelle Stimme gekonnt bei dieser wirklich sehr gefühlvollen Kombination aus ruhigem Pianospiel mit dezenten Effekten aus der Elektronik einzusetzen und schmettert einen ersten Song, der einen dahinschmelzen lässt. Etwas entspannter geht es mit „Fall“ weiter. Hier sorgt ein etwas schnellerer Takt dafür, dass man sich das Ganze recht locker anhören kann, durch ein Klavier und J. Holiday kommt dann noch eine Prise Emotion hinzu, allerdings nicht zu aufdringlich. „Don’t Go“ bietet uns Soul erster Güte. Die traumhaften Melodien und der einfühlsame Gesang gehen einfach unter die Haut und machen aus diesem Lied, das man zwar wunderbar alleine anhören kann, jedoch in trauter Zweisamkeit deutlich mehr Spaß macht.

Rick Ross stellt den einzigen Gastauftritt von „Round 2“. An diesem Song mit dem Titel „Wrong Lover“ merkt man eindeutig den Einfluss, den der Boss aus Miami mitgebracht hat. Sommerlich, frisch und leichtfüßig kommt dieses chillige Stück auf einen zu, allerdings achtet ein immer wiederkehrender Groove darauf, dass man nicht zu sehr dabei entspannt. Eines der Highlights der Platte findet man mit „Run Into My Arms“, dessen tolles Akustikgitarrenspiel, über das J. Holiday mal wieder eine perfekte Performance abliefert, keinen kalt lassen sollte. Was an „Round 2“ ebenfalls sehr gelungen ist, ist der abwechslungsreiche Mix, aus Slow Jams mit etwas schwungvolleren Nummern, wobei jeder Track auf seine Art zu begeistern und berühren weiß, so auch das etwas flottere und packende „Sing 2 U“, bei dem man einfach mitgehen muss.

Im Gegenzug dazu wäre „Lights Go Out“ ein Song fürs Schlafzimmer, der aber wie zu Beginn bereits erwähnt nicht zu schnulzig, sondern angenehm gefühlvoll auf den Hörer wirkt. Was wohl besonders den Damen gefallen dürfte ist J. Holiday’s Lyrik, denn welche Romantikerin würde nicht gerne mal die Worte hören „Forever Ain’t Enough“? Dies ist gleichzeitig auch der emotionale Höhepunkt der Platte. Während der Strophen dominiert noch ein kräftiger Beat, gegen Refrain setzen dann ein Piano und Massen an Streichern ein, was zum fantastischen Klangerlebnis wird und endgültig beweist, dass J. Holiday auf dem Soul-Olymp angekommen ist. Auch gegen Ende sinkt die Qualität von „Round 2“ nicht ab, was das Album schon zu einer kleinen Besonderheit macht. Herausstechend ist hier vorallendingen „Homeless“, dessen E-Gitarrenriffs die nachdenklichen Texte von J. Holiday wunderbar transportieren und einen selbst ins Grübeln bringen. Noch eine spur rockiger ist „I Tried“ gehalten, dem zusätzlich zur E-Gitarre noch ein Schlagzeug beigefügt wurde, was nichts desto trotz recht melodisch und wunderbar anzuhören ist.

J. Holiday hat das geschafft, was nur wenige können, nämlich ein durchgehend starkes Album abzuliefern, welches sich nicht mit Durchschnittsware zufrieden gibt, sondern ein Highlight nach dem nächsten bietet. Noch dazu spürt man einfach, dass sein komplettes Herzblut darin steckt und das Ganze mit Liebe zum Detail aufgenommen wurde, ohne überproduziert zu sein und mit der daraus resultierenden ehrlichen Emotion einen dazu bringt, sich die Scheibe recht häufig anzuhören. Gerade im R’n’B Bereich, wo sich immer mehr ähnelt und schnell dahingeklatscht wird, ist es nicht mehr so einfach herauszustechen, J. Holiday schafft es jedoch eindrucksvoll und wenn er so weitermacht, wird er mal ein ganz Großer.

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