New Jack City II von „Bow Wow“

Küstler:
Bow Wow
Redaktions-Wertung:
Titel:
New Jack City II
Release:
22. Mai 2009
LeserInnen-Wertung:
Web:
keine Angaben

bow-wow-new-jack-city-part-2-cd-bewertungen-deSchon im zarten Alter von nur 6 Jahren hatte Bow Wow seinen ersten kurzen Auftritt, damals bei einem Skit auf Snoop Dogg’s legendärem „Doggystyle“. Nun, mit 22, bringt er sein bereits schon 7. (!) Album „New Jack City II“ auf den Markt, was angeblich auch gleich das Ende seiner Karriere besiegeln soll. Für manche wohl etwas früh, doch genug Geld für einen angenehmen Ruhestand sollte er inzwischen zusammen haben. Betrachtet man den Albumtitel, so wird man doch etwas stutzig, denn was bitte hat ein Schoßhündchen wie Bow Wow mit einem Gangsterfilm wie „New Jack City“ zu tun? Die Antwort: nichts! Einzig das für Jermaine Dupri ähnliche Verhältnis zwischen ihm und Bow Wow sowie den Film-Charakteren Gee Money und Nino Brown ist dafür verantwortlich.

Da Bow Wow’s Musik in der Vergangenheit doch immer recht soft war, fragt man sich, ob sich für dieses Album vielleicht etwas geändert hat. Und tatsächlich, der erste Track „Get That Paper“ wirkt dank der angeberischen Lyrics und dem Screw-Hook etwas männlicher, allerdings ist das Instrumental der reinste Krampf, sodass man dazu geneigt ist, den Titel schon nach kurzer Zeit zu überspringen. Die folgende Phase von „New Jack City II“ wird bestimmt von Jermaine Dupri Produktionen, sprich viel Pop und R’n’B findet man hier vor, so auch „What They Call Me“ (feat. Nelly & Ron Browz), das man wegen seines sommerlichen Grooves noch als gelungen bezeichnen kann, allerdings sollte man mit Ron Browz doch sehr eigenwilligem Stil zurechtkommen. „Roc The Mic“ klingt vom Namen her eigentlich nach einem coolen Banger, ist tatsächlich aber eine schmalzige und völlig emotionslose R’n’B Nummer, die belanglos vor sich hin plätschert, ein Phänomen, das uns leider noch öfter begegnen wird.

Nach solch einem Flop ist man richtig froh, dass bei „Been Doin‘ This“ mal nicht JD, sondern T.I. in den Production Credits steht. Und siehe da – es geht doch! Richtig schön chillig, melodisch, leichter Touch von Down South und einfach um Welten besser als das bisher gehörte. Auch Bow Wow rappt hier viel besser und mit richtig ansprechendem Flow, auch T.I. steuert noch einen Part dazu. Richtig fresh kommt auch „Sunshine“ um die Ecke. Endlich mal ein kraftvoller Beat mit nicem Rhythmus, dazu wurde Nancy Sinatra’s Klassiker „These Boots Are Made For Walking“ gesamplet, was eine richtig coole Idee ist und noch dazu etwas Country Flavor bringt. Über den Rest der Platte kann man leider nicht solch positive Worte verlieren. Seichtes und langweiliges R’n’B Gedudel, dem es vollkommen an Gefühl fehlt, da können auch Gäste wie Johntá Austin oder T-Pain nichts mehr ausrichten. Einzig das wieder etwas kraftvollere und mit mächtigen Synthesizern ausgestattete „I Ain’t Playing“ mit einem glänzend aufgelegten Trey Songz hebt sich da noch ab. Passend zu den zahlreichen Enttäuschungen schließt die unterirdisch schlechte Swizz Beatz Produktion „Shake It“ wirklich angemessen ab.

Es ist kein bisschen verwunderlich, dass „New Jack City II“ im Vergleich zu Bow Wow’s älteren Alben ein echter Ladenhüter ist. So viel softer Einheitsbrei lässt einen nicht gerade als ernst zu nehmenden Rapper dastehen, da hilft auch der böse Blick auf dem Cover nichts. Sicher ist es schön zu sehen, dass Bow Wow und Jermaine Dupri sich wieder vertragen haben, allerdings wissen wir ja schon länger, dass bei JD die Luft etwas raus ist und so können seine Beats die Schwächen von Bow Wow am Mikro auch nicht im Geringsten vertuschen. Fazit: eine recht miese Platte, die schon bald in Vergessenheit geraten und wohl nur von Hardcore Fans vom Jungen aus Ohio gekauft werden wird. Solch ein Karriereende wünscht man keinem…

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