Loso’s Way von „Fabolous“

Küstler:
Fabolous
Redaktions-Wertung:
Titel:
Loso's Way
Release:
24. Juli 2009
LeserInnen-Wertung:
Web:
keine Angaben

fabolous-losos-way-cd-bewertungen-deLang lang ist’s her, da war es für Künstler noch ein Ritterschlag bei Def Jam Recordings zu unterschreiben und als Fan und Sammler konnte man fast immer davon ausgehen ein gutes Album zu kaufen. Doch die Zeiten ändern sich, das spürten wir auch an Fabolous‘ 2007er Debüt „From Nothin‘ To Somethin'“ als Angestellter beim New Yorker Traditionslabel. Langweilig, soft und poppig – so war Fab zwar schon fast immer, doch damals hatte er es auf die Spitze getrieben. Im Sommer 2009 durfte man sich nun ein weiteres Mal die Hoffnung machen, dass der mittlerweile 31-Jährige endlich sein Talent in ein durchgehend gelungenes Werk ummünzt. Mit dem Albumtitel „Loso’s Way“, der an den Gangsterfilm „Carlito’s Way“ angelehnt ist, wurde ein erster guter Schritt gemacht, schaut man sich das Booklet mit den ebenfalls kriminell gehaltenen Bildern an, so macht sich doch tatsächlich Vorfreude breit. Mal sehen, ob Ghetto Fab die Erwartungen erfüllt…

Der erste Song „The Way“ setzt da an, wo das Artwork aufhört. Mit einem tiefen StreetRunner Beat und heroisch blasenden Trompeten ausgestattet zeigt sich Faboloso von seiner harten Seite und macht die Fehler der Vergangenheit wieder vergessen. Auch der nächste Song bringt freshe Musik in den Speaker. Produziert von The Runners, da weiß man gleich was das Stündlein geschlagen hat, nämlich sommerliches Florida Feeling bis zum Anschlag. Schöne Synthie Melodien, gepaart mit etwas Klaviereinsatz und kraftvollen Bässen lassen Fab sehr gut aussehen und auch R’n’B Newcomer Jeremih, der als eines der 13 (!) Features auf diesem Album hier dabei ist, macht mit seinem Refrain alles richtig. Auch die J.U.S.T.I.C.E. League wurde von Fabolous für einen Beat verpflichtet. Diesen findet man mit „Feel Like I’m Back“, eines der eher seltenen Solo Stücke. Mit einem dunklen Touch, aber trotzdem sehr angenehmen Klängen geht das Instrumental rein wie Butter und sorgt voll aufgedreht für ein paar Gänsehautmomente. Fab rhymt ordentlich, doch wesentlich besser ist sein Hook, den er selbst eingesungen hat, was sich wunderbar anhört – warum nicht öfter so?

Leider, leider konnte es F-A-B-O-L-O-U-S auch hier wieder einmal nicht lassen und musste schmalzige R’n’B Songs mit einbauen. Einer davon wäre die Lead-Single „Throw It In The Bag“ zusammen mit Piepsstimmchen The-Dream. Soft, langweilig, billig, schleimig und total frei von Emotion – so lässt sich dieser Totalausfall wohl am Besten beschreiben. Wo ist da bitte der Fab, der mit Hymnen wie „Breathe“ uns einst den Atem raubte? Hier nicht! Auch Altmeister Jay-Z konnte für einen Gastauftritt bei „Money Goes, Honey Stay (When the Money Goes Remix)“ verpflichtet werden. Der doch eher dämliche Titel des Songs sollte einen schnell stutzig bzw. pessimistisch stimmen, tatsächlich ist das Ergebnis jedoch hörbar, zwar recht belanglos und wirklich nicht so, als dass man es längerfristig im Kopf behält, aber Fab hat schon weit Schlechteres gebracht. Einen deutlichen Aufschwung erhält die Platte durch „Salute“. Selbstverherrlichende Fanfaren und Pauken lassen keinen Zweifel daran, dass Fab und Gast Lil Wayne an mangelndem Selbstvertrauen leiden. Erwähnenswert wäre nebenbei noch, dass Weezy endlich mal wieder auf Auto-Tune verzichtet hat und uns seine mittlerweile total von Drogen zerstörte Stimme präsentiert.

Ryan Leslie ist ein weiteres der zahlreichen Features auf „Loso’s Way“. Er singt nicht nur bei „The Fabolous Life“, er produzierte den Song auch gleich noch. Sehr von Piano geprägt, wunderbar melodisch, mit einem sanften und gefühlvollen Beat garniert, einfach ein Song der Soul versprüht. Endlich mal ein Track, bei dem Fabolous zeigen kann, dass sein Hang zum R’n’B nicht völlig für die Katz‘ ist, auch wenn man eher Mr. Leslie dafür verantworten muss. Dass es auch ander geht zeigen die erneut total schwachen „Makin Love“ (feat. Ne-Yo) und „Last Time“ (feat. Trey Songz). Diese plätschern einfach vor sich hin und trotz seichter Klänge und Sänger für die Hooks will der Funke, besser gesagt die Emotion, nicht überspringen. Wie auch, wenn nicht vorhanden? Generell wirkt die ganze letzte Phase des Albums etwas belanglos, lediglich das dank vieler Streicher sehr schön anzuhörende „Pachanga“ und der NYC typische, düstere Alchemist Banger „Lullaby“ stechen hier noch positiv hervor.

„Loso’s Way“ klingt von der Idee her gut und hätte bestimmt auch ein tolles Konzeptalbum werden können, doch Fabolous macht hier die selben Fehler wie schon in den Jahren zuvor. Sicher gibt es viele gute Ansätze, aber auch erneut viel Schmalz und noch mehr Songs ohne jegliche Durchschlagskraft. Insgesamt gesehen sicher eine Steigerung zum schwachen Vorgänger, aber auch ohne absoluten Mega-Hit, eben ein typisches Durchschnittsalbum, das wohl nur bei absoluten Fab Fans Begeisterungsströme auslösen dürfte.

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