Look What You Made Me von „Yung Berg“

Küstler:
Yung Berg
Redaktions-Wertung:
Titel:
Look What You Made Me
Release:
3. Dezember 2008
LeserInnen-Wertung:
Web:
keine Angaben

yung-berg-you-made-me-cd-bewertungendeChicago. Diese Stadt stand bisher entweder für intelligente Musik mit viel Liebe und Seele wie z.B. von Common, Kanye West oder Lupe Fiasco, oder für Highspeed-Rap a lá Do Or Die oder Twista und seine Speedknot Mobstaz. Mit Yung Berg rückt nun ein Mann ins Rampenlicht, der in die chartorientierte Mainstream-Richtung einschlägt, wie man es sonst eher von Leuten wie 50 Cent kennt. Schon seine Debüt EP „Almost Famous“ hatte starken Hang zum R’n’B, das wird auch hier weiter praktiziert, was auch die zahlreichen Gäste um Ray J, Casha, Trey Songz, Lloyd oder Amerie aufzeigen. Daher dreht sich auch im lyrischen Bereich fast alles ums weibliche Geschlecht, was nicht gerade für viel Abwechslung spricht.

Titeltrack „Look What You Made Me“ eröffnet nach dem Intro das Album. Passend zum Cover ist es etwas trauriger und dunkler gestaltet, überzeugt durch tiefe Beats und eine emotionale Synthie-Melodie. Besonders der Refrain macht hier Spaß, doch auch Berg’s Verses sind gelungen. „Sexy Can I“ kennt der ein oder andere vielleicht schon von Ray J’s Album „All I Feel“. Insgesamt ist der Track nichts wirklich Besonderes, allerdings ist Ray J’s smoother Chorus wirklich sehr schön, Yung Berg wirkt hingegen etwas Fehl am Platz. „Do That There“ geht eher in die Club-Richtung, fährt mit einigem an hämmernden Bässen und tanzbaren, eher langsamen Rhythmen auf. Für Clubs ist der Song sicher gut geeignet, ansonsten eher nervig. Den ersten richtigen Hit findet man mit „The Business“ zusammen mit Sängerin Casha. Dieser Track ist wieder sehr R’n’B lastig, macht durch seine traumhaften Melodien und angenehmen und groovenden Beats richtig Spaß. Vor Allem Casha weiß hier mit ihrem Gesang zu gefallen, doch auch Berg’s schnelle Rhymes kommen sehr fresh.

Das Highlight dieses Album findet man mit „Where Do We Go“. Allein schon das Instrumental, das aus wieder sehr harten und langsamen Basslines und einer genial düsteren und imposanten Hintergrundmelodie besteht, ist eine echte Wucht, wenn dann noch Yung Berg und besonders Gast Twista mit ihren Raps nur so um sich feuern, wird das Ganze zum echten Smash. Ab hier folgt leider eine Phase mit wenig Abwechslung und vielen soften Tönen. Angefangen mit dem noch etwas peppigeren „Sex Lady“, bei dem allerdings Feature Junior eindeutig im Vordergrund steht, geht es weiter in etwas gefühlvollere Gefilde. „One Night“ ist schön melodisch und auch emotional, hat also alles für einen perfekten R’n’B Song, zumal mit Trey Songz noch ein echter Hochkaräter dabei ist. Doch erinnern wir uns zurück an das ernste und fast schon böse gestaltete Cover. Passt das zusammen? Definitiv nicht, sondern es zeigt auf, dass Yung Berg einer der vielen Standart-Rapper ist, die einen auf hart machen, ihre Musik jedoch genau das Gegenteil beweist.

Selbes gilt für „Manager“ mit Lloyd, wobei hier jedoch nicht wirklich viel zusammen passt. Das Instrumental wirkt eher langweilig und sowohl Berg als auch Lloyd hatten schon bessere Auftritte. „If You Only Knew“ bietet einen netten Mix aus E-Gitarrenriffs und Synthesizer-Elementen, hat allerdings auch wieder einen sehr soften und R’n’B mäßigen Touch, weshalb es wohl nur einer bestimmten Käuferschicht zusagen dürfte. Genau das Selbe gilt für „Outerspace“. Schon wieder hätten wir eine langsame und gefühlvolle Nummer, bei der auch noch keine Zeile gerappt, sondern nur von einer Vocoder-Stimme gesungen wird, von der ich stark bezweifle, dass sie von Yung Berg ist. Wer von solchen Liedern nicht genug bekommen kann, der wird sich über „Get Your Number“ freuen.

Unter den viel zu vielen R’n’B lastigen Tracks ist dies das absolute Highlight. Bumpende und dennoch gefühlvolle Beats, dazu eine sehr eingängige Melodie, die sofort unter die Haut geht und mit Amerie im Hook ein traumhaftes Feature liefert, die alles richtig macht, doch auch Yung Berg kann überzeugen. Zum Schluss gibt es ungewöhnlicher Weise noch etwas Reggae-Style, was durch Shootingstar Collie Buddz hervorgerufen wird. Auf „Victory Lap“ performt dieser zusammen mit Yung Berg und Ruff Ryderin Eve. Insgesamt ein sehr chilliger Song, der aber nach mehreren Malen seinen Reiz schnell verliert. Als Bonus Track wurde dann noch ein Remix zu „The Business“ mit drauf gepackt, welcher durch sein ruhiges Klavierspiel im Hintergrund, auch wieder schön emotional wirkt und mit Twista, Pleasure P, Maino, Jim Jones und Casha top aufgelegte Gäste Bietet und so „Look What You Made Me“ versöhnlich ausklingen lässt.

Yung Berg’s erstes Album wurde alles andere als ein wirklich aufsehenserregendes Werk. Eigentlich bietet er uns nichts Neues oder wirklich Interessantes. Sowohl die Beats als auch die Lyrics bieten viel zu wenig Abwechslung, weshalb auch nur ein Durchschnittswerk am Ende dabei rauskam. Auch wenn meine Erwartungen nicht besonders hoch waren bin ich etwas enttäuscht, denn dass da deutlich mehr drin gewesen wäre, zeigen die wenigen Lichtblicke des Albums. Wer auf Rap mit viel R’n’B Einfluss steht, der sollte hier seine Freude haben, alle anderen, die den typischen Chicago-Style erwarten, sollten lieber die Finger davon lassen.

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