Kritik | Write Me Back von „R. Kelly“

Küstler:
R. Kelly
Redaktions-Wertung:
Titel:
Write Me Back
Release:
13. Juli 2012
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Anderthalb Jahre nach seinem „Love Letter“ fordert Soul-König R. Kelly im Sommer 2012 mit „Write Me Back“ zum Zurückschreiben auf. Schon mit seiner letzten Platte hörte der Sänger aus Chicago auf, seiner Jugend mit zu viel Hip-Hop-Einflüssen hinterher zu laufen und tauschte neben der Musik auch Maßanzug gegen Basketball-Jersey sowie Kurzhaarschnitt gegen Cornrows. So erwartet uns mit „Write Me Back“ ein erneut erwachsenes, von den vergangenen Jahrzehnten inspiriertes Album, welches ohne Features einen unverfälschten R. Kelly widergibt.

Gleich zu Beginn weiß der Altmeister, wie er mit „Love Is“ unsere Aufmerksamkeit bekommt. Angelehnt an die funky 70er, kann man sich seinem schwungvollen Groove nicht entziehen. Dabei ist es völlig egal, ob man den Song nebenbei oder auf einer Beach-Party hört, er kommt immer gut. „Feelin‘ Single“, welches auch als Single ausgekoppelt wurde, folgt dem Prinzip der harmonischen Melodien gepaart mit funky Bass und weiß ebenso zu überzeugen. Durchaus modern zeigt sich „When A Man Lies“. Zwar beinhaltet es mit einer E-Orgel auch ein Old School Element, dominant sind jedoch ein klassischer R&B-Beat sowie zahlreiche Streicher, die im Refrain einsetzen. Dass R. Kelly mit Produktionen dieser Art großartig zusammenspielt, wissen wir ja spätestens seit „TP-2.com“ und hören es immer wieder gern.

Während Lovesongs wie „Clipped Wings“ und „Believe That It’s So“ sich fast schon nach Kelly-Stangenware anhören, kommt „Fool For You“ angenehm unverkrampft und sehr locker um die Ecke. Man kann sogar sagen, es versprüht auch musikalisch die Frühlingsgefühle der vorgetragenen Lyrics. Völlig anders präsentiert sich „All Rounds On Me“, der wohl auffallendste Track des Albums. Mit einem ebenso rasanten wie mitreißenden Mix aus Rockabilly und Blues beglückt uns R. Kelly, indem er mit diesem Party-Smash eine Lokalrunde schmeißt. Zum Wohle! Das letzte Drittel von „Write Me Back“ wird mit dem gefühlvollen „Believe In Me“ eingeleitet. Gefühlvoll darf hierbei nicht mit übertriebenem Schmalz verwechselt werden. Dank einem angenehmen Drive erhält das komplette Stück einen smoothen Touch, der reingeht wie Butter. Das Highlight der durchaus gelungenen Schlussphase stellt „Share My Love“ dar. Durch E-Bass und gutem Rhythmus wieder sehr funky und durchaus zum Tanzen geeignet, klingt das leider etwas kurz geratenen Album positiv aus, verbreitet gute Laune und das Bedürfnis, noch einmal die Play-Taste zu drücken.

Mit „Write Me Back“ kreiert R. Kelly den passenden Follow-Up zu „Love Letter“, ohne es wie eine Kopie, sondern nach einer konsequenten Weiterentwicklung aussehen zu lassen. Fast durchweg schwungvoll eignet sich Kellys inzwischen elfte Solo-Platte besonders gut für heiße Sommernächte.

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