Kritik | Wake Up von “John Legend & The Roots”

Küstler:
John Legend & The Roots
Redaktions-Wertung:
Titel:
Wake Up
Release:
17. September 2010
LeserInnen-Wertung:

John Stephens aka John Legend hat sich in letzter Zeit ein wenig rar gemacht. In den Charts hat man zuletzt Mitte 2009 von ihm gehört, seit letztes Album „Evolver“ ist auch schon wieder zwei Jahre her. Nun hat sich der Amerikaner mit The Roots zusammengetan und schlägt mit „Wake Up!“ eine neue musikalische Richtung ein: Von R&B zu Soul und Funk. Dabei hat man sich außergewöhnlicher Klassiker bedient und diese neu eingespielt. Etwas ungewohnt, aber durchaus hörenswert.

Die erste Single-Auskopplung „Wake Up Everybody“ feat. Common & Melanie Fiona ist bereits erschienen und steht in der Schweiz aktuell auf Platz 62. Das Original stammt von Harold Melvin & the Blue Notes und wurde in der Vergangenheit zahlreiche Male gecovert. 2004 im Rahmen der Präsidentschaftswahl von Größen des R&B unter der Regie von Babyface und Russel Simmons. Beteiligt waren u.a. Mary J. Blige, Brandy, Babyface, Jamie Foxx und Jadakiss. DieVersion von John Legend & The Roots kann sich durchaus hören lassen und hat chartmäßig auf jeden Fall noch Luft nach oben.

Auf dem Album finden sich aber noch weitere Perlen. Dazu zählt beispielsweise „I Can’t Write Left Handed”, im Original von Bill Withers, das in der 2010er Version von John Legend knapp zwölf Minuten zählt. Direkt im Anschluss: „I Wish I Knew How It Would Feel To Be Free“, komponiert vom amerikanischen Jazz Pianist Billy Taylor. In den letzten Jahren wurde dieses Stück mehrfach gecovert, 2001 beispielsweise von der Lighthouse Family. Auf „Wake Up!“ passt es ganz hervorragend, so wie auch die restlichen Tracks. Ob „Little Ghetto Boy“ oder „Hang On In There“: Die Stimme von John Legend ist einmalig, die Arrangements sind beeindruckend.

Das Album macht Lust auf eine musikalische Entdeckungsreise durch die 60er und 70er Jahre. Man kramt wieder Baby Huey & The Babysitters, Renaldo Benson und John Stephens raus und besinnt sich dem Ruf nach Freiheit und Revolution. Schon allein dafür gebührt John Legend Respekt. Der Sprung von R&B zu Soul/Funk ist nicht leicht, aber ihm ist er geglückt. Wer Musik im Stil von „Evolver“ erwartet, wird allerdings enttäuscht sein.

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