Kritik | The Lateness Of The Hour von „Alex Clare“

Küstler:
Alex Clare
Redaktions-Wertung:
Titel:
The Lateness Of The Hour
Release:
13. April 2012
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Kann es als magischer Moment angesehen werden, wenn man nichtsahnend vor dem Fernseher sitzt, Werbung läuft und plötzlich ein ganz bestimmter Song die Aufmerksamkeit auf einen Spot lenkt? Im Fall von Alex Clare kann man diese Frage wohl eindeutig mit JA beantworten. Die internationale Werbekampagne für den neuen Internet Explorer ist nämlich so ziemlich das Beste, was dem Londoner passieren konnte. Plötzlich ist er in aller Munde.

Günstigerweise ist vor wenigen Tagen sein Debütalbum „The Lateness Of The Hour“ erschienen und in den iTunes-Charts schon bis auf Platz 2 geklettert. An der Spitze steht die bereits erwähnte Single „Too Close“. Damit ist Alex Clare der Mann der Stunde und für uns ein attraktiver Review-Kandidat.

Der gelernte Koch hat eine interessante Entwicklung durchgemacht. Er hat in diversen Schulbands gespielt und seinen Sound auf Demobändern festgehalten, bis alles Schlag auf Schlag ging: Gemeinsam mit den Produzenten Diplo und Switch hat er in New Orleans an seinem ersten Album gearbeitet. Das Ergebnis begeisterte zunächst nur das britische Publikum, bis Microsoft den Song „Too Close“ für die neue Werbekampagne entdeckte. Ein großes Glück für Alex, der daraufhin die Suchmaschinen in Wallung gebracht hat und nun Kritiker rund um den Globus überzeugt. Dass er gerade einmal 25 ist, merkt man ihm gar nicht an. Und was auch nur die Wenigsten wissen: Der Singer/Songwriter war ein Jahr lang mit Amy Winehouse liiert!

Der Soul in seiner Stimme wird allerdings kaum aus dieser Liebschaft rühren. Alex Clare weiß ganz einfach, wie er moderne Sounds mit ordentlich Bass mischt und das Ganze charmant serviert. Sein musikalisches Menü schmeckt durch die ungewöhnliche Zusammenstellung von Garage, Drum & Bass, Pop und Dubstep äußerst interessant. Und das Beste: Man fühlt sich danach nicht überfressen, sondern bewegt sich freiwillig! Irgendwie nicht überraschend. Als Koch weiß Alex eben, was die akustischen Geschmacksknopsen anspricht.

Davon werden wir uns auch bald live überzeugen können, denn der junge Engländer stellt gerade eine Band zusammen, um „The Lateness Of The Hour“ dem Publikum Face to Face vorstellen zu können. Dass er bei dieser Gelegenheit keinen Einheitsbrei kredenzen wird, dürfte klar sein.

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