Kritik | The Lady Killer von Cee-Lo Green

Küstler:
Cee-Lo Green
Redaktions-Wertung:
Titel:
The Lady Killer
Release:
19. November 2010
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Lang, lang ist’s her, da startete Cee-Lo Green seine Karriere mit der Down South Rap Kombo Goodie Mob. Nach dem Split von der Gruppe brachte er Anfang des neuen Jahrtausends seine ersten beiden Solo-Alben auf den Markt, bevor er mit Danger Mouse das verrückte Duo Gnarls Barkley bildete. Über 6 Jahre liegt seine letzte Platte „Cee-Lo Green… Is The Soul Machine“ nun zurück, jetzt ist der mittlerweile 36-jährige Musiker mit seinem neuen Streich „The Lady Killer“ also wieder da. Wie bei den beiden Gnarls Barkley LPs werden wir Cee-Lo hier nur singend erleben, Fans aus seinen Hip Hop Tagen könnten daher evtl. enttäuscht werden, sofern sie keine Soul-Liebhaber sind.

Legt man die CD in den Player, so wartet nach dem Intro mit „Bright Lights Bigger City“ gleich ein echter Knaller. Der Song verbindet groovenden Funk während der Strophen mit frischen Synthie-Sounds im Refrain – eine Kombination, die sofort von Beginn an für gute Laune sorgt, Cee-Lo’s einzigartige Stimme setzt dem Ganzen noch die Krone auf. Der folgende Track toppt dies sogar noch. Es handelt sich dabei um die grandiose Single „Forget You“, die unzensierte Version „Fuck You“ finden wir am Ende des Albums. Produziert wurde dieser Hit von den Smeezingtons, der Formation um Newcomer Bruno Mars. Auch hier kommt wieder ein wenig Funk zum Tragen, aber auch ganz viel harmonischer und warmer Soul mit Gospel Charakter. Cee-Lo’s Worte in Richtung Damenwelt, fügen noch einen äußerst unterhaltsamen Aspekt hinzu. Nach dieser euphorischen Anfangsphase werden mit „Wildflower“ oder „Please“ ruhigere Töne angeschlagen. Während „Wildflower“ mit seinem emotionalen und liebevollen Sound überzeugt, weiß „Please“ mit seiner Stimmung, die etwas nach Live-Performance in einer verruchten Eck-Kneipe klingt, und einer tollen Duett-Partnerin in Person Selah Sue, zu gefallen. Der dazwischen liegende Schlafzimmer-Song „Bodies“ bleibt leider recht unspektakulär. Den letzten Part der ersten Albumhälfte stellt „Satisfied“ dar. Die instrumentale Begleitung ist schlicht und einfach ein Traum. Locker beschwingt und dennoch so gefühlvoll und mitreißend, was besonders den vielen Bläsern und dem Background-Gesang zu verdanken ist, sodass man einfach gar nicht anders kann, als Cee-Lo für dieses Stück zu lieben.

Die zweite Hälfte von „The Lady Killer“ beginnt mit dem Liebeslied „I Want You“. Anders als man vielleicht vermuten könnte, handelt es sich dabei nicht um eine Schmalz-Nummer, sondern um einen recht melodischen Track, der seine Message jedoch nicht aus dem Auge verliert und somit gekonnt Entertainment mit Gefühlen verbindet. Ähnlich steht es um „Cry Baby“. Saxophon und Trompeten, sowie Bass, Gitarre und noch so manch anderes Instrument, sorgen für einen schönen Old School Soul Sound, der sich angenehm seinen Weg durch die Gehörgänge bahnt und man sich einfach wohl dabei fühlt, Cee-Lo zuzuhören. Im Gegensatz dazu pumpt „Fool For You“ extrem lässig aus dem Speaker, wobei der Refrain als Kontrast zu den Strophen leider eine Spur zu schnulzig ausgefallen ist, aber irgendwie muss man seine Liebe ja zum Ausdruck bringen. Ähnlich wie „Cry Baby“ merkt man auch „It’s OK“ seine Wurzeln, die in der Black Music Szene vor ca. 40 Jahren liegen, deutlich an, nichts desto trotz klingt der Song keineswegs altbacken, sondern groovt unheimlich gut und ist eine willkommene Abwechslung zur sonstigen R&B Szene heutzutage. Cee-Lo bestätigt den Geschmack an den alten Zeiten gleich selbst mit „Old Fashioned“. Ruhig, smooth, verträumt – all das trifft auf dieses Lied zu, mit dem man am liebsten im weiß-pinken Cadillac durch die Sixties cruisen würde. „Old Fashioned“ kann man gleichzeitig auch als das Ende von „The Lady Killer“ betrachten, denn danach kommen nur noch das Outro und die bereits angesprochene, unzensierte Single „Fuck You“.

Die Soul Machine Cee-Lo Green hat wieder einmal zugeschlagen. „The Lady Killer“ gefällt von vorne bis hinten mit klassischem Soul, einem coolen Sänger und wirklich schönen Instrumentals. Einziger Vorwurf, den man dem Album eventuell machen kann ist, dass es nicht für jede Gelegenheit das Richtige ist, aber welche Platte ist das schon? Wer mit der Single seinen Spaß hatte, der wird auf „The Lady Killer“ noch so manch andere Perle vorfinden. Definitiv eine Empfehlung für alle, die mit hochwertigem R&B noch etwas anfangen können.

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