Kritik | SuperHeavy von „SuperHeavy“

Küstler:
SuperHeavy
Redaktions-Wertung:
Titel:
SuperHeavy
Release:
16. September 2011
LeserInnen-Wertung:

Dave Stewart (ehemalige Eurythmics-Hälfte), Joss Stone (24-jährige Soulqueen), Damian Marley (Legenden-Sohn), Mick Jagger (Rock-Urgestein) und A. R. Rahman (Komponist und 2-facher Oscargewinner) – das ist kein Auszug aus einer prominenten Gästeliste, sondern das sind die Mitglieder der Band SuperHeavy, die bereits im Jahr 2009 aus einer kreativen Laune heraus entstanden ist. Ursprünglich kam die Idee von Stewart, der gern mit unterschiedlichen Stilen experimentieren wollte und sich deshalb gemeinsam mit Jagger Leute aus Rock, Reggae/Dancehall und Soul gesucht hat. Und tada, jetzt präsentiert das Quintett das gleichnamige Debütalbum „SuperHeavy“.

Eine Premiere für die „Prominentenband“, die alle 12 Songs (ursprünglich 22) des Albums angeblich in nur sechs Tagen aufgenommen haben soll. In Studios auf Jamaika, Zypern oder Los Angeles. „Wir haben kein Genre ausgelassen“, so Jagger über die entstandenen Stücke. Allerdings lässt sich auch nicht so richtig erkennen, in welche Richtung dieses „superheavy“ Projekt denn nun eigentlich will. Angeblich soll es Pop für alle sein, aber das ist schwer zu glauben. Die Titel wirken überladen und orientierungslos, erinnern teilweise an einen jugendlichen Band-Contest. Was fehlt, ist der rote Faden.

Und das ist schade, denn jeder der Fünf ist auf seinem Gebiet eigentlich ein Profi. Joss Stone mit ihrer rauchigen Stimme im Soul, Damian Marley, der jüngste Sohn von Bob Marley, im Dancehall und Reggae, David Stewart im Pop-Rock, A. R. Rahman als Komponist im großen Ganzen und Mick Jagger natürlich im Rock. Dennoch – die Zusammensetzung wirkt zwar interessant, aber nicht stimmig. Das zeigt auch die erste Single „Miracle Worker“. Funktionieren die Mischung von Soul und Reggae zwischen Stone und Marley am Anfang noch überraschend gut, so ist es Jagger, der, nicht nur wegen seinen pinken Anzuges, das Fass irgendwie zum Überlaufen bringt. SuperHeavy wollen zu viel und dabei ist weniger doch manchmal mehr.

Das Album plätschert größtenteils unspektakulär vor sich hin, der verwöhnte Gehörgang ist schnell gelangweilt. Was SuperHeavy abliefern ist wirklich superheavy. Aber auf eine unheimlich anstrengende Weise. Vielleicht ist das auch der alterstechnischen Differenz zuzuschreiben, die zwischen Bandküken Joss Stone und Urgestein Mick Jagger liegt. Was beiden gemein ist, ist der Drang zum Übertreiben. Und der kommt „SuperHeavy“ leider gar nicht zugute, sondern verleiht dem Album einen schwindelerregenden Touch.

Es ist nicht zwingend schlecht, nicht dass das falsch verstanden wird. Aber es enttäuscht, weil man nicht nur angesichts des Bandnamens mehr erwartet hatte. Selbst eine Supergroup muss aus ihren Fehlern lernen und so wird in Zukunft wohl jeder der Fünf wieder seiner eigenen Weg gehen oder man wird fortan wieder im stillen Kämmerlein miteinander jammen.

Zum Reinhören gibt es hier den Album-Player zu „SuperHeavy“.

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