Kritik | Stone Rollin‘ von „Raphael Saadiq“

Küstler:
Raphael Saadiq
Redaktions-Wertung:
Titel:
Stone Rollin'
Release:
22. April 2011
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Wenn man von Neo-Soul spricht, dann darf ein Name nicht fehlen: Raphael Saadiq. Der Amerikaner gilt als einer der Wegbereiter dieses Stils und entdeckte schon in frühen Jahren seine Liebe zur Musik. Seit 2002 hat er vier Alben veröffentlicht und als Songwriter für zahlreiche Künstler fungiert, in diesen Tagen erscheint sein fünftes Werk „Stone Rollin’“, bei dem er wieder eine neue Richtung einschlägt und die DJ Jeremy Sole als „Electric Ladyland“ bezeichnet. Es ist Black, es ist Rock, es ist Funk, es ist Soul. Und es bringt den Stein ins Rollen.

Raphael Saadiq ist aber nicht nur Songwriter und Sänger, sondern auch als Produzent tätig. Künstler wie Kelis, Joss Stone, John Legend und TLC durften seinen Support bereits genießen und haben ihm etliche Grammys eingebracht. Hierzulande dürfte Saadiq dennoch relativ unbekannt sein. Seine Singleauskopplungen sind in unseren Chartlisten nicht wirklich vertreten, seine Alben schleichen kaum merklich über den großen Teich. Eigentlich eine Schande, denn dieses Multitalent bringt den Motown zurück und entführt in die 60s und 70s. Damit erinnert er ein wenig an Mark Ronson, der international allerdings deutlich erfolgreicher ist, obwohl er noch längst nicht so lange dabei ist. Saadiq hat schließlich schon knapp 20 Jahre Erfahrung im Musikbusiness auf dem Buckel und war bereits in den 80er Jahren kreativ.

Vielleicht ändert sich das ja nun endlich mit „Stone Rollin’“. Das Album enthält zehn Titel, die sich problemlos durchhören lassen und die ihren ganz eigenen Reiz haben. Teils klingt Saadiq wie Stevie Wonder, teils wie Lenny Kravitz oder Chuck Berry. Es ist eine spannende Mischung, die dafür sorgt, dass man diese Scheibe nicht nur ein Mal hören möchte und sich gern auf eine musikalische Zeitreise begibt. Die erste Singleauskopplung „Radio“ ist bereits im Januar erschienen, blieb aber weitestgehend ungehört. Sie zählt auch nicht zu den stärksten Nummern auf dem Album, denn es gibt weitaus bessere Tracks, wie beispielsweise den Titelsong „Stone Rollin’“, „Day Dreams“, „Movin‘ Down The Line“ oder „Just Don’t“. Dennoch bleibt „Stone Rollin’“ ein Album für Liebhaber und Wertschätzer. Für all diejenigen, die große Namen wie Little Walter oder Sly Stone noch im Gedächtnis haben und an diesem Sound festhalten. Für all diejenigen, die bereit sind, die gesamte Bandbreite des Souls zu spüren.

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