Kritik | RevolveЯ von „T-Pain“

Küstler:
T-Pain
Redaktions-Wertung:
Titel:
RevolveЯ
Release:
2. Dezember 2011
LeserInnen-Wertung:

Es gab nicht wenige, die hielten T-Pain bei dessen Debüt 2005 für eine Eintagsfliege. Sechs Jahre später beweist uns der Sänger/Rapper aus Tallahassee, dass er sich erfolgreich im Biz halten konnte. „RevolveЯ“ ist der Titel seines insgesamt vierten Werkes, dessen hervorgehobene Buchstaben „evolve“ verdeutlichen sollen, dass er sich weiter entwickelt hat. Unverändert blieb das Engagement bei Akons Label Konvict Muzik, hat sich dafür aber tatsächlich an der musikalischen Ausrichtung etwas getan?

Die bei uns erhältliche Deluxe Edition von „RevolveЯ“ wartet mit insgesamt 17 Tracks auf und verzichtet dabei komplett auf Interludes und ähnliche Störfaktoren. Eröffnet wird die Platte gemeinsam mit T-Pains Buddy Lil Wayne auf „Bang Bang Pow Pow“. Der Titel lässt bereits erahnen: hier geht es härter zur Sache. Von edlen Streichern eingeleitet, mit dicken Bässen fortgeführt, zeigt sich das Instrumental kraftvoll und mit gezügeltem Tempo. T-Pain performt mit einem aggressiven Mix aus Rap und Auto-Tune-Gesang, Weezy hingegen lässt es recht gechillt angehen. Inhaltlich darf man hier keine große Poesie erwarten, lediglich das übliche „wir haben die dicken Eier“ und „komm‘ uns besser nicht zu nahe“. Dieser Einstand wird mit „Bottlez“ konsequent fortgeführt. Durch einen penetranten und sehr simpel gestrickten Bass, geziert mit schrillen Klängen aus der Elektronik, eignet sich das Ganze gut für Clubs, ist nichts desto trotz recht eintönig und langweilig. Club-Musik ist auch bei „It’s Not You (It’s Me)“ das große Stichwort. Auch T-Pain kam nicht drum herum, sich dem aktuellen Trend vom Hip-Hop-Electro-Mix zu entziehen. DJ Chuckie schmiedete dafür einen recht glatt gebügelten Pop-House-Jam, der auch dank Pitbull als Feature sicher seine Fans – hauptsächlich bei der jüngeren Generation – finden wird. „Default Picture“ wirkt mit seiner ruhigen und nachdenklichen Art fast schon wie ein echter Stilbruch. Mit einem klassischen Klavierspiel im Gepäck, zeigt sich T-Pain von seiner romantischen Seite, was im Refrain auch durchaus gut funktioniert. Die Strophen hingegen sind aufrund der voll aufgedrehten Stimmverzerrung nicht ganz so angenehm anzuhören.

Mit „5 O’Clock“ (feat. Lily Allen & Wiz Khalifa), „Sho-Time (Pleasure Thang)“ und „Rock Bottom“ folgt gleich eine ganze Serie an Songs, die dieses gezügelte Tempo fortführen. Insbesondere das letztgenannte „Rock Bottom“ weiß mit geschmeidigen Klängen, einen gewissen Drive und einem engagierten T-Pain zu überzeugen, während die anderen dem Mittelmaß zuzuordnen sind. Einen der schönsten Tracks bekommen wir mit „Mix’d Girl“ zu hören. Während zu Beginn nur ein Piano zu hören ist, setzen nach und nach immer mehr Elemente ein und münden letztendlich in einem flotten, aber trotzdem noch romantischen Smash, der durch geschickte Geschwindigkeitswechsel interessant bleibt. Etwas überraschend, dass auch ein Lied mit dem Namen „I Don’t Give A Fuck“ für gute Laune sorgt, während auf dem sehr schlichten und extrem slow gehaltenen „Drowning Again“ ordentlich auf die Tränendrüse gedrückt wird und das vor Schmalz nur so trieft. Deutlich besser gelang der „Best Love Song“. Gemeinsam mit Chris Brown zeigt T-Pain, dass ein Liebeslied nicht unbedingt übertrieben kitschig sein muss, sondern auch ein wenig poppiger und frühlingshaft. Die Schlussphase von „RevolveЯ“ wird mit dem recht relaxten „Center Of The Stage“ (feat. R. Kelly & Bei Maejor) eingeleitet, über das unspektakuläre „Regular Girl“ fortgeführt und schließlich mit „Nuthin'“ (feat. E-40 & Detail), das in die Hyphy-Richtung geht, beendet.

Eine große Weiterentwicklung ist bei „RevolveЯ“ nicht wirklich zu spüren. T-Pain macht das Selbe wie auch auf seinen vorherigen Platten, allerdings mit spürbarem Qualitätsabfall. Es klingt vieles zu ähnlich und zu austauschbar, echte Hits, die auch länger im Gedächtnis bleiben, finden wir nur wenige. T-Pain Fans können sich auf ein solides Werk einstellen, der Rest verpasst nichts, wenn man „RevolveЯ“ auslässt.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*
*

n/a