Kritik | Passion, Pain & Pleasure von „Trey Songz“

Küstler:
Trey Songz
Redaktions-Wertung:
Titel:
Passion, Pain & Pleasure
Release:
11. März 2011
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Nicht nur in den USA hat sich Trey Songz längst als feste Größe etabliert, auch bei uns kann der Junge aus Virginia mittlerweile auf eine beachtliche Fan-Base blicken. Dies erkannte auch sein Label und spendierte Trey mit Album Nr. 4, „Passion, Pain & Pleasure“, seinen ersten Deutschland-Release, wenn auch mit einem halben Verspätung zur ursprünglichen Veröffentlichung im Herbst 2010. Trey Songz selbst bezeichnet sein jüngstes Werk als sein reifstes, bei dem das Beste aus seinen vorherigen Platten zusammenkommt. Im Grunde nichts Außergewöhnliches, da wir diese Phrasen von jedem Künstler mit neuem Album zu hören bekommen, doch da diesmal nur Nicki Minaj und Drake als Gäste dabei sind und Trey Songz den Rest von „Passion, Pain & Pleasure“ alleine trägt, könnte durchaus etwas dran sein. Prüfen wir das doch einfach mal nach.

 

Zu Beginn bekommen Trey Songz-Fans gleich ein paar bekannte Klänge zu hören, denn die Single „Love Faces“ eröffnet die LP. Wie man es von ihm gewohnt ist, handelt es sich auch hierbei um einen durchaus gelungenen Slow Jam, der durch sein gefühlvolles und intensives Instrumental, sowie Trey’s butterweichem Gesang zum perfekten Soundtrack fürs Schlafzimmer wird. Schwungvoller geht es hingegen bei dem schwungvollen, mit frühlingshaften Klängen ausgestatteten „Alone“ zur Sache, was uns mit seiner frischen Art das Verliebt-Sein musikalisch darstellt. „Bottoms Up“ dürfte jeder passionierte Club- und Disco-Besucher längst schon kennen, schon seit letztem Sommer lassen Trey Songz und Nicki Minaj zu den pumpenden Beats die Hüften kreisen. Wer mehr von diesen Kalibern erwartet, der wird enttäuscht werden, denn bei „Bottoms Up“ handelt es sich um den einzigen Track dieser Art auf „Passion, Pain & Pleasure“. Einen Abbruch in Sachen Qualität tut dies jedoch nicht, denn bekanntermaßen hat Trey Songz seine Stärken in puren R&B-Songs als in Hip Hop angehauchten Stücken.

Einen Beleg dafür liefert er uns mit „Can’t Be Friends“, einer lupenreinen Ballade, die besonders gegen Ende die Emotionen hochkochen lässt und zeigt, dass zur Liebe auch der im Albumtitel vermerkte „Pain“ gehört. Auch der Großteil der restlichen Stücke dreht sich um Lust, Frust, Leidenschaft und Schmerz – man sollte also ein Faible für die ruhigere Seite des R&B haben, wenn man sich „Passion, Pain & Pleasure“ zulegen möchte. Herausstechend wären desweiteren „Made To Be Together“, welches positiv und mitreißend auf den Hörer wirkt, oder aber das sehr erotische „Red Lipstick“, das wieder einmal optimal für die Stunden zu zweit geeignet wäre. Drake, der neben Nicki Minaj das zweite Feature aus der Cash Money Clique stellt, ist bei dem verhältnismäßig flotten „Unusual“ mit dabei, ist aber alles andere als eine großartige Bereicherung und zeigt wieder einmal, dass seine dauerhafte Präsenz momentan nur dem Hype und nicht seinem Talent geschuldet sind. Qualitativ wirkt sich dies glücklicherweise nur auf seinen Part aus, den Rest des Liedes kann man gut durchhören. Als Highlight gegen Ende kann das Rock angehauchte „Blind“ angesehen werden. Es ist nicht nur etwas komplett Neues auf diesem Album, es überzeugt auch mit seiner verruchten Art, die Trey Songz endgültig vom R&B-Jungspund zum Mann macht.

 

Mit seiner Ankündigung hat Trey Songz nicht zu viel versprochen – „Passion, Pain & Pleasure“ ist tatsächlich ausgereifter als seine Vorgänger. Bleibt zu hoffen, dass er diesen Kurs beibehält und in Zukunft auf Gastbeiträge von Leuten wie Gucci Mane oder Soulja Boy verzichtet. Trotz dem ein oder anderen ausbrechenden Stück muss man dem Album ein klein wenig die mangelnde Abwechslung – sowohl inhaltlich, als auch musikalisch – vorwerfen, nichts desto trotz bleibt unterm Strich ein R&B-Album, das sich durchaus zu kaufen lohnt.

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1 Kommentar

  1. Das Album von Trey Songz ist für mich eins der besten, dass ich seit langem gehört habe. Läuft bei mir seit Tagen im Auto rauf und runter 🙂

    Gerade habe ich gelesen, dass Trey Songz, sein Management und seine Plattenfirma wegen dem Song „Bottoms Up“ auf 18 Millionen $ verklagt wird.

    Habt ihr übrigens das Video zu Bottoms Up schon gesehen? Sehr nice:

    http://www.tape.tv/musikvideos/Trey-Songz/Bottoms-Up

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