Kritik | Maureen von „Joy Denalane“

Küstler:
Joy Denalane
Redaktions-Wertung:
Titel:
Maureen
Release:
20. Mai 2011
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Die deutsche Soullandschaft wäre ohne Joy Denalane ganz schön langweilig. Denn die stimmgewaltige Sängerin hat in den letzten Jahren sowohl solo als auch in Kombination mit Max Herre (mit dem sie seit Kurzem wieder zusammen ist), Sophie Raml oder Lupe Fiasco erfolgreich vorgelegt. Seit der Veröffentlichung ihres letzten Studioalbums sind aber inzwischen fast fünf Jahre vergangen, weshalb es, bis auf gelegentliche TV-Auftritte, ein wenig still um Joy geworden ist. Das könnte zum einen daran liegen, dass sie seit dem vergangenen Jahr studiert. Oder daran, dass sie fleißig an ihrer neuen Scheibe „Maureen“ gearbeitet hat.

Benannt ist diese nach Joys zweitem Vornamen und steht für ein besonders persönliches Album, das voller Hoffnung und Gefühl steckt. Man könnte es kurz gesagt auch romantisch nennen, denn das vorherrschende Thema ist die Liebe. Dabei ist Joy aber absolut nicht kitschig, sondern gewohnt echt und leidenschaftlich. Ihr Motto lautet bei „Maureen“ ganz eindeutig: „Niemand wird tun, was wir nicht tun“, was zugleich auch eine Zeile aus dem Opener „Niemand“ ist.

Wer die beiden Vorgängeralben „Mamani“ und „Born & Raised“ gemocht hat, der dürfte auch „Maureen“ verfallen. Die Balance aus klassischem und modernem Soul, melodiösen Liebeserklärungen und teils beeindruckenden Beats ist Frau Denalane hervorragend gelungen. Die Tracklist, die zwölf Titel umfasst, ist fast wie eine in sich geschlossene Einheit und derart homogen, dass man keinen einzigen Song überspringen muss. Alles fügt sich harmonisch ineinander. Und auch die Texte sind wieder qualitativ hochwertig. Das liegt sicher auch daran, dass neben Joy auch Max Herre, der Vater ihrer Kinder, den Stift in der Hand hatte und mit ihr gemeinsam an allen Songs geschrieben hat.

„Maureen“ ist ein unheimlich persönliches Album. Für Joy steht es stellvertretend für ihr zweites Ich, die andere Seite an ihr. Sie erzählt in den Tracks ganz bewusst von sich und ihren Erfahrungen. Sie ist nicht nur Beobachter, sondern sie lebt sich selbst aus und findet dabei auch ein Stück weit zu sich selbst. Dennoch ist ihr drittes Album keine schwermütige, überladene Scheibe, sondern ein CD, die Reife und Optimismus ausstrahlt. Es steht für eine starke Frau, die viel erlebt hat, aber ganz genau weiß, was sie will.

Mal etwas düster, dann wieder leuchtend hell zeigt sich „Maureen“ als emotionale, direkte Reise. Nicht nur ins Ohr, sondern auch mitten ins Herz!

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