Kritik | Love Letter von „R. Kelly“

Küstler:
R. Kelly
Redaktions-Wertung:
Titel:
Love Letter
Release:
17. Dezember 2010
LeserInnen-Wertung:

Epic, Love Letter, Zodiac. Das sind 2010/2011 die drei Schlagworte des R. Kelly. Denn auf „Epic“ (September 2010) folgt nun „Love Letter“, der zweite Teil einer einzigartigen Trilogie, mit welcher der Sänger, Songwriter und Produzent seine Anhänger beglücken möchte. Während das erste Album lediglich fünf neue Songs enthielt und nur in Europa vorgestellt wurde, können sich Fans weltweit nun auf geballte 15 Tracks freuen. Auf eine Fusion aus den Alben Happy Peopleund TP-2.com“ und somit dem Soul der 60er und 70er Jahre, wie R. Kelly selbst sagt. Seine Vorbilder waren dabei Marvin Gaye, Michael Jackson, Stevie Wonder oder der legendäre Ray Charles, an den auch das Cover erinnert. All denen zollt R. Kelly mit seinem insgesamt elften Studioalbum mächtig Tribut und zeigt eine sehr persönliche und sensible Seite von sich. The King of R&B is back, ohne Frage.

Die erste Singleauskopplung „When a Woman Loves“ wurde bereits im Herbst veröffentlicht und schaffte es in den amerikanischen „Hot R&B/Hip-Hop Songs“ bis auf Platz 22. Einen vergleichbaren Erfolg hatte der Amerikaner zuletzt 2009 mit Keri Hilson und „ Number One“ bzw. 2007 mit Usher und T-Pain. Und auch die zweite Auskopplung „Love Letter“ hat gute Chancen, zumal sie, pünktlich zur Weihnachtszeit, auch noch in einer Christmas-Version unter dem Titel „A Love Letter Christmas erschienen ist.

„Love Letter“ beinhaltet aber noch weitere starke Tracks wie „You Are Not Alone“, das R. Kelly einst für den unvergleichlichen Michael Jackson geschrieben hat und hier nun in einer Cover-Version präsentiert, „Not Feelin‘ The Love“, „Music Must Be A Lady“, „Radio Message“ oder „Love Is“ feat K. Michelle. Sie alle spiegeln den Vibe der vergangenen Jahrzehnte wieder und handeln, wie es die 15 Titel bereits verraten, ausnahmslos von großen Gefühlen. Überhaupt ist das Album ein einziger musikalischer Liebesbrief. Es versteht sich aber nicht nur als Ode an die Liebe selbst, sondern eben auch als Huldigung der ganz Großen der R&B- und Soul-Szene.

Das wird zwar kaum reichen, um die Charts reihenweise zu stürmen und einen Hit nach dem anderen hervorzubringen, aber das ist auch nicht der Anspruch von „Love Letter“. Die Scheibe zeigt vielmehr, dass R. Kelly nach wie vor eine Legende auf seinem Gebiet ist und sich das Zepter von niemandem aus der Hand nehmen lässt. Äußerst beruhigend, denn nach „Untitled“ von 2009 und dem ersten Part der Trilogie, „Epic“, hätte man fast vermuten können, dass die Luft ein wenig raus ist und R. Kelly nie wieder an seine früheren Erfolge anknüpfen kann.

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