Kritik | Last Train To Paris von “Diddy Dirty Money”

Küstler:
Diddy Dirty Money
Redaktions-Wertung:
Titel:
Last Train To Paris
Release:
28. Januar 2011
LeserInnen-Wertung:

Puff Daddy, P. Diddy, Sean Combs oder Diddy-Dirty Money – wie immer man ihn auch nennt, er ist und bleibt ein Genie. Sowohl in der Musik- als auch in der Modeszene. Nach vier Jahren meldet sich Diddy nun mit seinem neuen Album „Last Train To Paris“ zurück und setzt dabei auf Klotzen statt Kleckern. Neben ihm sind nämlich noch zahlreiche andere Stars zu hören, darunter Chris Brown, Rick Ross, T.I., Usher und die zwei Ladies vom Cover: Dawn und Kalenna. Es gibt fast keinen Song, in dem P. Diddy solo vertreten ist.

Vielleicht hat er das auch gar nicht mehr nötig? Als selbst ernanntes Multitalent ist er nämlich rund um die Uhr unterwegs und bei einem geschätzten Privatvermögen von knapp 365 Millionen Dollar ohne Frage dick im Geschäft. Da verschenkt man(n) schon mal einen Maybach oder eine Million in kleinen Scheinchen zum Geburtstag und lässt es ordentlich krachen. Nicht so beim neuesten Projekt „Diddy-Dirty Money“: Hier hält Diddy sich überraschend zurück und bleibt als Rapper im Hintergrund.

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Dennoch ist „Last Train to Paris“ ein Zug, den man definitiv nicht verpassen sollte, denn musikalisch gesehen steckt er voller Abwechslung. Edler Abwechslung. Von Gangster-Rap und Ähnlichem ist hier nichts zu hören. Diddy steht nämlich nicht nur auf Hip Hop, sondern auch auf Dance. Und genau dieser Einfluss ist eindeutig hörbar. Um die Technoszene „aufzusaugen“ fliegt der Amerikaner gern mal nach Berlin oder Ibiza und vermischt seine Eindrücke dann mit seinem eigenen Sound.

An diesem waren auf dem aktuellen Album ganz stark die zwei Damen neben P. Diddy beteiligt: Kalenna und Dawn. Sie stehen nicht einfach nur im Hintergrund und kümmern sich um die Background Vocals. Nein, sie sehen das Projekt, die Band, vielmehr als eine organische Verbindung, in der alle die gleiche Liebe für die Musik teilen. Und die beiden Ladies haben durchaus ordentliche Referenzen: Dawn war Teil von der von Diddy gecasteten Band „Danity Kane“, Kalenna hat schon für Stars wie Jennifer Lopez und Timbaland Songs geschrieben.

Doch was hört man denn nun auf „Last Train to Paris“? Es lässt sich sehr schwer zusammenfassen. Kein Song gleicht dem Nächsten. Es gibt starke Tracks, die schnell ins Ohr gehen, es gibt aber auch Nummern, die sich einem nicht so recht erschließen wollen bzw. nicht so recht in Fahrt kommen. Dazu zählen beispielsweise „Looking For Love“, „Shades“ oder „Hate You Now”. Auf der anderen Seite punkten Titel wie „Coming Home“, „Angels“ oder „Strobe Lights“ wieder auf der ganzen Linie und werden ganz sicher dafür sorgen, dass der Kontostand eines Sean Combs wieder enorm steigt.  Somit ist die Balance relativ ausgeglichen. Die Scheibe ist hör- und tanzbar, ein Lebenszeichen von Mr. Combs, ein Pool an Stars der Szene, aber keine Außergewöhnlichkeit. Noch ist der Zug nicht abgefahren.

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