Kritik | Kaleidoscope Dream von „Miguel“

Küstler:
Miguel
Redaktions-Wertung:
Titel:
Kaleidoscope Dream
Release:
31. Mai 2013
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Kaleidoskope dürften viele noch aus ihrer Kindheit kennen. Durch die röhrenförmigen Spielzeuge ließen sich bunte Muster und Gebilde bestaunen, die bei einer Drehung oder Bewegung die Formation geändert haben. Durch ebenso ein Gebilde blickt Miguel mit seinem zweiten Album „Kaleidoscope Dream“. Und wir als Zuhörer sehen ein ganz eigenes Bild.

Der 27-Jährige widerspricht damit erneut allen Schubladen, in die man ihn stecken wollte und weist Etiketten wie „Gangster Rapper“ elegant von sich. Denn nur, weil er vielleicht wie ein typischer Hip-Hop-Star aussieht, muss er es noch lange nicht sein. Und siehe da, verleiht man ihm Gehör, entpuppt sich der Sänger und Songwriter (u.a. bereits für Usher, Beyoncé und Nas) als R&B-Schmusekätzchen, das gar keine Krallen ausfahren will und das schon gar nichts von Klischees hält.

Miguel scheint ein Ausnahmekünstler zu sein. Eine Mischung aus Babyface und R. Kelly, wie es das Billboard Magazine bereits trefflich formuliert hat. Auch Prince schwingt in gewisser Weise mit. Mit seinem Falsetto, den süßlich-sanften Melodien und Rhythmen belebt Miguel (wie auch Frank Ocean) eine Künstlerriege, die seit den 90er irgendwie ein wenig eingeschlafen zu sein scheint. Und er macht das so gut, dass seine Fangemeinde bei weitem nicht nur aus Frauen besteht. Drei Billboard-R&B/Hip-Hop-Nummer-eins-Hits hat er immerhin schon vorzuweisen und auch seine erste Single-Auskopplung „Adorn“ trifft ins Schwarze.

Und das ist kein Wunder, denn der Kalifornier macht bereits seit vielen Jahren Musik. Schon mit 14 unterschrieb er seinen ersten Plattenvertrag und versuchte sich im Business. Zwar hat es etwas gedauert, bis er den Durchbruch geschafft hat, aber dafür ist Miguel alles andere als eine Eintagsfliege. Das beweist er sämtlichen Eventuell-Skeptikern nun mit „Kaleidoscope Dream“.

Hier zeigt er sich besonders gefühlvoll, aber niemals zu kitschig. Seine Mischung aus R&B, Folk und Rhythm-and-Blues ist wie geschaffen für Zweisamkeit. Oder melancholische Einsamkeit, die durch das aktuelle Wetter noch bestärkt wird. Kreativ ist das neue Werk des jungen Künstlers auf jeden Fall geworden. Mit Kendrick Lamar findet sich auf dem Album außerdem eine Kollaboration, die den gelungenen Abschluss der Platte bildet.

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