Kritik | “Here” von Alicia Keys

Küstler:
Alicia Keys
Redaktions-Wertung:
Titel:
Here
Release:
04. November 2016
LeserInnen-Wertung:
Genre:

COVERNORESIZEVier Jahre lang hat sich Alicia Keys in vollkommene Stille gehüllt. Sie ist Mama geworden, hat das Make-up-freie Leben für sich entdeckt und den Fokus auf andere Dinge gelegt. Im Mai 2016 meldete sie sich allerdings endlich mit der Single „In Common“ zurück und vor wenigen Tagen ist ihr sechstes Studioalbum „Here“ erschienen.

Gleich vorweg: Es ist kein klassisches Alicia Keys-Album und sicher nicht das, was Fans der ersten Stunde von ihr gewohnt sind. Deutlich weniger Pop, dafür sehr viel mehr Soul. Und der Begriff „Soul“ ist an dieser Stelle durchaus wörtlich zu nehmen: Alicia Keys offenbart auf der Scheibe ihr tiefstes Seelenleben. Jeder Song ist eine Beichte, jede Melodie ein Gebet.

Das inhaltliche Spektrum auf „Here“ reicht von Fragen des menschlichen Daseins bis hin zu Weltpolitik. Im Hintergrund waren an der Produktion die ILLuminaries beteiligt: Alicia selbst, Songwriter bzw. Produzent Mark Batson, Rapper und Produzent Swizz Beatz und der langjährige Songwriting-Partner Harold Lilly.

Das Album beginnt etwas gewöhnungsbedürftig, viele Songs sind nicht gleich beim ersten Hören zugänglich. Das ändert sich mit „Kill Your Mama“ und „She Don’t Really Care_1Luv“. Ab da wird der Longplayer intensiver und man erkennt, wo die Stärken von „Here“ liegen. Und nicht zuletzt ist es natürlich Alicias starke Stimme, die Songs wie „Blended Family (What You Do For Love)“, „More Than We Know“ oder das fantastische „Hallelujah“ trägt.

Zusammengefasst ist „Here“ eine Rückkehr zu den Wurzeln in der HipHop Kultur ihrer Heimatstadt New York. Alicia selbst sagt dazu: „Mit diesem Album bin ich ‚Hier‘ angekommen. An einem Ort, wo ich mich offen und ehrlich im Spiegel anschauen möchte. Ich will die Wirklichkeit sehen, zu welchem Menschen ich in dieser Welt geworden bin. Ich will das Gute sehen, das Hässliche, Schatten und Licht. Wenn wir uns weiter entwickeln, verstehen und gegenseitig akzeptieren wollen, müssen wir zunächst unsere eigene Komplexität erkennen. Wir müssen in der Lage sein, darüber zu sprechen und uns gegenseitig dort zu begegnen, wo wir sind: ‚hier‘.“

Das Album ist es definitiv wert, gehört zu werden. Zumal sich seine volle Intensität erst beim zweiten oder dritten Durchlauf entfaltet. Für uns auf jeden Fall eine gelungene Scheibe, nicht nur für die kalte Jahreszeit.

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