Kritik | Heaven von „Rebecca Ferguson“

Küstler:
Rebecca Ferguson
Redaktions-Wertung:
Titel:
Heaven
Release:
06. April 2012
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Das englische Casting-Format “The X-Factor“ wird allmählich immer mehr zum Lieferanten für großartige Nachwuchskünstler. Die neueste große Entdeckung ist Rebecca Ferguson. Nach Leona Lewis und Olly Murs, der wie Rebecca Ferguson am Ende Platz 2 in der Show belegte, kommt auch sie nun in Deutschland an und präsentiert ihr grandioses Hitalbum “Heaven“. Die zweifache junge Mutter profitierte wahrscheinlich sogar davon, dass sie nicht in aller Eile ein Gewinner-Album für die Casting-Show aufzeichnen musste. Ihr blieb genug Zeit, die Songs ihres Debütalbums, die sie alle selbst geschrieben hat, in Ruhe auszuarbeiten und nun verleiht sie den Songs mit ihrer einzigartigen Stimme eine seelische Tiefe, die einen bis ins Mark trifft. Es ist einfach Soul, der von Herzen kommt.

Daher könnte ihre Debütsingle “Nothing’s Real But Love“ keinen treffenderen Titel haben. Gerade nach ihrem Erfolg und dem sich langsam einstellenden Geldsegen der vorher in großer Armut lebenden Rebecca Ferguson stellt sie nun klar, dass die Liebe dennoch alles überstrahlt. Dies setzt sich nahtlos fort in dem fast noch intensiveren Titel “Glitter & Gold“, der leicht die nächste herausragende Singleauskopplung aus “Heaven“ werden könnte. Aber auch “Shoulder To Shoulder“ ist mit seiner Intensität ein echter Hitgarant, der sogar Steine zum Weinen bringen kann. Ganz anders, aber ebenso großartig ist “Fairytale“ mit seinen Big-Band-Elementen.

Inzwischen bringt die sonst eher schüchterne Rebecca Ferguson niemand mehr aus der Fassung, auch nicht “Mr. Bright Eyes“. Dabei weiß sie gleichzeitig, was es heißt, den Lügen anderer Menschen zu glauben und besingt dies in “Fighting Suspicions“. Denn sie möchte geliebt werden und fragt nach Hilfe in “Teach Me How To Be loved“, ob es ihr jemand beibringen kann. Zum Abschluss greift sie noch einmal in die Kiste des klassischen Soul und zaubert mit “Run Free“, “Diamond To Stone“ und “Too Good To Lose“ noch drei weitere großartige Titel aus dem Hut.

Rebecca Ferguson nennt bei der Frage nach ihren Vorbildern Nina Simone, Aretha Franklin und Adele. Diese Einflüsse sind bei jedem ihrer Songs deutlich spürbar. Nur selten hat ein Künstler ein derart großartiges Debütalbum abgeliefert. Hoffentlich hat sie sich selbst die Messlatte nicht zu hoch gehängt. Denn ein zweites gleichwertig starkes Album abzuliefern oder das Niveau dieses Albums noch einmal zu steigern, dürfte nicht leicht werden.

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