Kevin Lyttle von „Kevin Lyttle“

Küstler:
Kevin Lyttle
Redaktions-Wertung:
Titel:
Kevin Lyttle
Release:
1. Juni 2004
LeserInnen-Wertung:
Genre:
Web:
keine Angaben

Kevin-lyttle-kevin-lyttle-cd-bewertungen-deKevin Lyttle oder The Soul of Soca, wie er sich selbst bezeichnet, erschuf mit „Turn Me On“ wohl einen der schönsten Sommerhits überhaupt und so stellte sich natürlich die Frage, ob das ganze Album da mithalten kann, oder ob Kevin das typische One-Hit-Wonder mit nur einem guten Song ist? Dies ist einfach beantwortet: wem die Single gefiel, der wird dieses Album verschlingen. Man bekommt durchgehend ein tolles Karibikflair vom Mann aus St. Vincent, das aus einem Mix der Insel typischen Soca, aber auch Dancehall und R’n’B besteht. Die Lyrics sind dabei alles andere als abwechslungsreich und drehen sich um Frauen, Frauen und nochmals Frauen, doch das stört eigentlich überhaupt nicht, manche werden vielleicht sogar sagen, der deutsche Mann soll sich daran mal ein Beispiel nehmen.

Single „Turn Me On“ ist der Start vom self-titled Album „Kevin Lyttle“. Es ist der Song schlechthin, der die Soca über Nacht auf der ganzen Welt bekannt gemacht hat. Und das zurecht. Die Rhythmen und Klänge sind einfach ein Traum, eignen sich zusammen mit Kevin’s Gesang sowohl zum Tanzen, wegen seiner Emotionalität aber auch zur trauten Zweisamkeit mit der Freundin – einfach Klasse! Auch „Last Drop“ wurde als Single ausgekoppelt. Es ist ein Stück härter und begeistert durch seine tollen Dancehall Riddims und den Geigeneinsatz im Refrain, der voll reinhaut. Passender Weise hat sich Kevin Lyttle hier Dancehall Altmeister Spragga Benz mit ins Boot geholt, welcher die perfekte Ergänzung zu ihm ist. Nach diesen Dancefloor-Fillern gibt es mit „Never Wanna Make U Cry“ einen etwas ruhigeren Song. Zwar hat es auch einen schnellen und tanzbaren Takt, durch das wunderschöne Gitarrenspiel, das einen Hauch Latin versprüht, kehrt jedoch eine angenehme Entspanntheit ein, die durch Kevin’s Gesang noch einmal unterstrichen wird.

Volles Rohr Karibik gibt es mit „If You Want Me (Call Me)“ und „I Got It“. Erstes besticht durch feurige Rhythmen gepaart mit klasse klingenden Steeldrums, dazu kommen auch andere Instrumente wie Bongo oder Gitarre, macht also richtig Laune. Selbes gilt für „I Got It“, das vom Stil her ähnlich, in der Ausführung dann aber ganz anders ist, was die Abwechslung bei gleich bleibendem Konzept aufzeigt. Der Name „Sign Your Name“ sollte Musikkennern unbedingt ein Begriff sein. Man findet ihn auch hier und es ist tatsächlich eine Coverversion von Terence Trent D’Arby’s gleichnamigen Kulthit von 1987. An die einmalige Stimme des Originals kommt Kevin zwar nicht heran, dennoch macht dieser Klassiker in neuem Gewand auch in dieser Version wirklich verdammt viel Freude. Nach den beiden wieder eher im Dancehall Style gehaltenen „Screaming Out My Name“ (feat. Assasin) und „My Lady“, bekommt man mit „Ya Kiss“ etwas R’n’B geboten. Auch hier gibt es wieder einiges an akustischen Instrumenten, wobei die Gitarre dominiert, aber auch die smoothen Beats helfen eine romantische Atmosphäre zu schaffen, wozu Kevin’s Gesang die Herzen der Damenwelt wohl eindeutig höher schlagen lassen dürfte.

Langsam aber sicher nähert man sich nun dem Ende des Albums, welches wieder zum Tanzen auffordert, was durch „Dancing Like Making Love“ eingeleitet wird. Dies ist wieder ein typischer Soca-Knaller, bestehend aus den fantastischen karibischen Klängen, die sofort zum Träumen einladen, und schnellen Grooves, die einen auf die Tanzfläche ziehen. Genau wie auch „Turn Me On“ eignet sich dieser Song ebenfalls für die Stunden zu zweit, einfach einmalig. „My Love“ ist auch von viel Emotion geprägt, und begeistert sofort von Anfang an mit seinem traumhaften Instrumental bestehend aus Steeldrums, Posaunen, Trommel und angenehmen Beat, das ist Sommer, Sonne, Strand direkt im CD-Player. Richtig heiß und Latino mäßig kommt „Mama Mia“ (feat. Spragga Benz) daher, das noch mal ein echtes Feuerwerk abfackelt, bevor man mit dem „Turn Me On Remix“, der sich bis auf den Auftritt von Spragga Benz kaum vom Original unterscheidet, verabschiedet wird.

Kevin Lyttle’s bis dato einziges Album wurde wirklich ein voller Erfolg. Jeder Song ist gelungen und bringt sowohl Urlaubs- als auch Partystimmung direkt nach Hause. Es eignet sich nicht nur für’s Anhören am Strand oder im Liegestuhl, sondern auch für Autofahrten, Party oder eigentlich jede Situation an Sommertagen. Wer also nach so einem Album sucht, das Karibikflair und Sommerfeeling pur versprüht und das man sich gerne auch mehrmals hintereinander anhört, ist mit „Kevin Lyttle“ genau an der richtigen Adresse.

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