Jennifer Hudson von „Jennifer Hudson“

Küstler:
Jennifer Hudson
Redaktions-Wertung:
Titel:
Jennifer Hudson
Release:
1. Oktober 2008
LeserInnen-Wertung:
Genre:
Web:
keine Angaben

jennifer-hudson-jenniger-hudson-cd-bewertungendeDie meisten dürften Jennifer Hudson, wenn überhaupt, nur aus ihrer Rolle in „Dreamgirls“ kennen. Tatsächlich ist aber die Musik die Hauptberufung der American Idol-Teilnehmerin aus Chicago. Nachdem der Trubel um die Oscar-Gewinnerin nun etwas abgeflacht ist, bringt sie im Herbst ihr erstes, nach sich selbst benanntes Album auf den Markt. Die Hilfe, die sie dabei bekam ist nicht von schlechten Eltern, denn auf der Produzentenliste tummeln sich so bekannte Namen wie Missy Elliott, Stargate, Ne-Yo, Timbaland, Robin Thicke, Tank oder Polow Da Don. Die Gäste sind zwar nicht all zu zahlreich, dafür mit Ludacris, T-Pain oder Young Jeezy umso hochkarätiger.

Mit „Spotlight“ wird einem gleich einer der schönsten Songs der Platte geboten. Man spürt sofort, dass er aus der Feder Ne-Yo’s stammt. Ein traumhaftes und auch sehr emotionales Klavierspiel trifft auf einen etwas schnelleren, dennoch angenehmen Beat, der trotz seines Tempo die romantische Stimmung nicht kaputt macht. Ein toller Einstand, bei dem Jennifer Hudson zeigt, dass sie in der Casting-Show mehr verdient hätte als ihren siebten Platz. Am Ende des Albums gibt es auch einen Remix dazu, welcher Young Jeezy featured und noch einmal ein Stückchen besser ist als diese Version.

Allerdings gibt es darauf keine Garantie! Denn der Bonus-Track ist wie so oft Länder abhängig und so kann es auf diversen Importen vorkommen, dass man anstatt des „Spotlight“ Remixes einen anderen, nämlich „All Dressed in Love“ zu hören bekommt. Auf eine tolle Kombination aus Piano und etwas Synthesizer setzt „If This Isn’t Love“, welches besonders wegen dem traumhaften Refrain echt unter die Haut geht. „Pocketbook“ erinnert etwas an die Zeit, in der Timbaland noch gute Beats machte. Ohne viele Pop-Elemente, sondern eher mit schlichtem Beatbox-Style und ein paar Zungenschnalzern wirkt das Ganze doch eher Oldschool-Hip Hop mäßig, passt eigentlich gar nicht zu einer Sängerin, klingt daher umso überraschender gut und wird durch den Gastauftritt von Ludacris noch verbessert.

Mein persönliches Highlight von „Jennifer Hudson“ findet man mit „What’s Wrong“, einem Duett mit T-Pain, welcher den Track gleich auch produzierte. Anfangs beginnt dieser Lovesong noch eher ruhige und verhalten, steigert sich jedoch immer weiter in ein Meer an schönen Melodien und angenehmen Klängen, wozu die Kombination aus den beiden wunderbar passt und einen besonders gegen Ende in Erstaunen versetzt. Bis hier hin war eigentlich alles perfekt, doch leider muss man sagen, dass die Mitte des Albums alles andere als abwechlsungreich ist.

Auch wenn es mit einem wieder wirklich wunderbaren Song, nämlich „My Heart“, echt gut weitergeht, fangen die folgenden, immer im gleichen Stil gehaltenen Lieder irgendwann etwas zu langweilen an. Hervorheben sollte man dennoch einzelne Perlen wie z.B. „Can’t Stop The Rain“, dessen sehr gefühlvolles Instrumental aus Gitarren und Geigen wieder einmal von Ne-Yo und Stargate stammt. Die Name der Produzenten spricht für die Qualität dieses Slow Jams. „Invisible“ hat als einziger der letzten Tracks noch etwas an Power, allerdings nur während des Refrains, der dafür auch echt großartig wurde und Jennifer’s Stimme wunderbar zur Geltung bringt.

Die letzten beiden Tracks sind leider nicht mehr als wirkliche Highlights zu zählen. „And I Am Telling You I’m Not Going“ hört sich irgendwie danach an, als hätte man versucht eine Soul-Diva wie Whitney Houston zu kopieren, ist allerdings ziemlich daran gescheitert. Das spirituelle „Jesus Promised Me A Home Over There“ ist meiner Meinung nach der einzige Totalausfall des Albums. Zum Einen total öde, zum Anderen mehr als nur kitschig, was den Text betrifft, durch und durch ein Flop.

Stimmlich kann Jennifer Hudson wirklich überzeugen, allerdings muss sie was Auswahl an Instrumentals angeht noch einiges lernen. Teilweise hört man echt tollen R’n’B, aber es ist auch viel zu viel Eintöniges mit dabei. Für die Zukunft sollte sie sich wirklich weiterentwickeln, denn die Kritiken für dieses Album waren bisher alles andere als überzeugend. Leute die auf eher ruhigen Soul von Frauen stehen können gerne zugreifen, alle anderen sollten dringendst reinhören, bevor sie zuschlagen.

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