Intuition von „Jamie Foxx“

Küstler:
Jamie Foxx
Redaktions-Wertung:
Titel:
Intuition
Release:
16. Januar 2009
LeserInnen-Wertung:
Genre:
Web:
keine Angaben

jamie-foxx-intution-cd-bewertungendeNur wenige schaffen es sowohl im Musikbusiness als auch in Hollywood ganz nach oben, Shahid Abdula, uns besser bekannt unter seinem Künstlernamen Jamie Foxx, gehört definitiv mit dazu. Der 41 jährige Texaner gewann nicht nur den Oscar, sondern auch den Grammy, nun beschert er uns zum Jahresbeginn sein drittes Album „Intuition“. Da der Vorgänger ja äußerst erfolgreich war, musste sich Jamie hierfür einiges einfallen lassen. Und das tat er definitiv. Angesagte Künstler wie T.I., Lil Wayne, Kanye West, T-Pain oder Ne-Yo sprechen wohl eher die jüngere Kundschaft an, womit Jamie dann so ziemlich alle Bereiche abdeckt, denn seine Musik ist eher für eine reifere Generation gemacht. Die Namen der Produzenten spiegeln Selbiges wieder. Auf der einen stehen hier Timbaland, The-Dream und Just Blaze, auf der anderen Tricky Stewart, Jim Jonsin oder Tank.

Auf recht bekannte Töne trifft man gleich zu Beginn, denn die Single „Just Like Me“ eröffnet das Werk. Es klingt äußerst locker und erfrischend, was dem tollen Stück aus Akustikgitarren mit gelegentlichem Piano- bzw. Synthie-Einsatz zu verdanken ist. Jamie transportiert diese Stimmung wunderbar auch mit seinem Gesang und auch T.I. liefert einen seiner besten Parts in der letzten Zeit. „I Don’t Need It“ legt da noch gleich eine Schippe drauf. Die Timbaland-Produktion ist zwar alles andere als innovativ und kann eine gewisse Ähnlichkeit mit der „SexyBack“ Bassline nicht verbergen, ist nichts desto trotz ein Soundfeuerwerk mit Hitgarantie, eignet sich nebenbei auch perfekt für Club und Party. Dagegen dürfte „Number One“ mit seinem penetrant hämmernden und unmelodischen Beat nicht jedem gefallen, genau wie die Tatsache, dass sowohl Jamie Foxx als auch Feature Lil Wayne mit verzerrter Stimme auftreten.

Umso besser gelang da „Digital Girl“, ein Song, der seinem Namen alle Ehre macht, denn er ist wirklich verdammt digital. Neben straffen Beats und Claps fallen besonders die total abgefahrenen und futuristischen Sounds aus der Elektronik auf und bahnen sich sofort den Weg ins Gehör. Neben Jamie sind hier auch noch Kayne West und The-Dream vertreten, die sich sehr gut einfügen, bzw. im Falle von Kanye sogar das Highlight darstellen. Der in den letzten drei Jahren zum Megastar gereifte T-Pain darf auf einem solchen Album natürlich nicht fehlen und so ist es nicht überraschend, dass er mal wieder bei einem Track, der sich um Alkohol dreht, dabei ist. „Blame It“ heißt das gute Stück, das definitiv zu den Highlights zählt. Ein angenehmes, dennoch sehr groovendes Tempo und wirklich tolle Klangwelten verleiten zum Zurücklehnen und dem Genießen dieser gelungenen Kollaboration.

Nach all den künstlich erstellten Sounds freut man sich wieder auf etwas Bodenständiges und so kommt „She Got Her Own“ (feat. Ne-Yo & Fabolous), das von gefühlvollem Piano und sinnlichem Bass geprägt ist, gerade recht. Es zeigt auch gleich auf, in welche Richtung der Rest des Albums gehen wird, nämlich Soul für Erwachsene. „I Don’t Know“ kommt zwar noch mit etwas schnellerem Takt daher, allerdings nicht ohne eine gewisse Verträumtheit. Gerade bei diesen eher ruhigen Songs kommt Jamie’s tolle Stimme wirklich zur Geltung, besonders natürlich im Refrain. Leider muss man sagen, dass in der Zweiten Albumhälfte nicht alles so gelungen ist, denn Jamie macht manchmal den Fehler zu sehr auf die Schmalzdrüse zu drücken, so geschehen bei „Weekend Lover“, das sicher nur in einer einzigen Situation dienlich ist. Auch sehr emotional, aber eben deutlich besser, zeigt sich die Ballade „Why“.

Hier wird die butterweiche Stimme des 41 Jährigen von einem traumhaften Klavierspiel begleitet, im Refrain kommen dann noch ein paar funky E-Gitarren und Schlagzeug hinzu und ergießen sich förmlich zu einem mehr als gelungenen Sound. Worum sich „Freak’in Me“ dreht, sollte sich jeder denken können. Zusammen mit der Britin Marsha Ambrosius entstand ein Schlafzimmersong, der vor Sinnlichkeit und Erotik nur so trieft. Ähnlich ist es bei dem wirklich slowen „Slow“, auf dem uns Jamie Foxx ausführlichst in seine Gedanken einweiht, wie er sich eine Liebesnacht vorstellt. Soul-Liebhaber wird der Track sicher gefallen, Fans der jungen Pop-R’n’B-Generation vielleicht nicht unbedingt. Das letzte größere Highlight von „Intuition“ findet man mit dem erneut sehr gefühlvollen „Rainman“. Im Gegensatz zu den vorrangegangenen Liedern klingt dieses jedoch eher traurig, geht dank Jamie und einem fast schon märchenhaften Mix aus Streichern, Piano, Flöten und ein bisschen Synthesizereinsatz wahrlich unter die Haut und fesselt einen vorm Lautsprecher.

Jamie Foxx scheint wirklich alles zu gelingen, so auch diese Platte. Auch wenn die zweite Albumhälfte eher eintönig ist, wird einen dennoch äußerst viel geboten, noch dazu mit wirklich hoher Qualität. Sicher ist nicht alles perfekt, doch die 2-3 weniger gelungene Lieder kann der Rest sehr gut kompensieren. Für Freunde des gepflegten Soul ist „Intuition“ definitiv zu empfehlen, doch auch der etwas jüngere R’n’B Fan sollte aufgrund der zeitgemäßen Features und den etwas flotteren Songs sicher seinen Gefallen an der Scheibe finden.

Verwandte Artikel

  • Keine verwandten Artikel gefunden

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*
*

n/a